Der Bach darf wieder, wie er will

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    • 29.06.11
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Der Bach darf wieder, wie er will

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Mühlheim - Gestern sind in Mühlheim gleichzeitig zwei Dinge mehr oder weniger offiziell zu Ende gegangen. Zum einen sind die Renaturierungsmaßnahmen rund um die Bäche Bieber und Rodau abgeschlossen.  Zum anderen endete dabei die Amtszeit von Bernd Müller. Von Barbara Hoven

© Hoven

Sparten gestern nicht mit Lob für die Renautierung der Rodau zwischen Bibermündung und Lämmerspieler Straße (von links): Wolfgang Kleef, Bürgermeister Bernd Müller, Gottfried Lehr, Heike Popp, Stadtökologe Hans Rustler und Wenzel Mayer.

Mit einer letzten offiziellen Amtshandlung. Für weitere werden dem scheidenden Bürgermeister Zeit und möglicherweise auch Antrieb fehlen; morgen Abend wird Nachfolger Daniel Tybussek (SPD) ins Amt eingeführt.

Gestern allerdings war es nochmal an Müller, eine hoheitliche Aufgabe „voller Stolz und Freude“ zu erledigen. Von Wenzel Mayer, Abteilungsleiter Wasser und Boden im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nahm er einen Zuwendungsbescheid über 202 760 Euro zur Renaturierung der Rodau zwischen Biebermündung und Lämmerspieler Straße entgegen.

Knapp drei Maiwochen lang wurde an diesem gut 300 Meter langen Abschnitt der Rodau gebuddelt, gut 4 000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt. Die Veränderungen sind unübersehbar: Vom bisher gleichförmigen Bachbett ist nichts mehr übrig; das Ufer wurde abgeflacht, Mäander- und Stillwasserbereiche angelegt, auch eine kleine Insel. Unterschiedlich schnell fließende Bachabschnitte und neue Flächen sollen Tieren und Pflanzen neue Lebensräume bieten; nach Eisvogel, Reiher, Storch und einigen Fischsorten sollen sich hier bald weitere Tiere heimisch fühlen.

In zwei Jahren ein sehr schönes Fleckchen sein

Nachdem dafür die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind, ist nun die Natur am Zug. „Für den Laien sieht es derzeit noch nicht so spektakulär aus“, weiß StadtökologeHans Rustler, der die Erd- und Wasserbauarbeiten betreut hat. „An der Bieber hat´s anfangs auch so ausgesehen, und schon im zweiten Jahr grünte alles richtig toll.“

Tatsächlich sieht der frisch renaturierte Bereich noch trist aus. Aber in einem, spätestens in zwei Jahren werde das Areal ein sehr schönes Fleckchen sein, sind sich die Fachleute sicher. Gepflanzt wurde und werde aber nichts. „Wir sagen immer: Der Fluss ist sein eigener Landschaftsarchitekt“, erklärt Gottfried Lehr vom Büro für Gewässerökologie, der das Projekt mit betreut hat. Und aus Bernd Müller, dem Bürgermeister, sprudelt das Lob nur so.

„Die Flusslandschaften sind ein großes Qualitätsmerkmal unserer Stadt, darum lag es uns sehr am Herzen, die auszubauen“, betont er. Großes Ziel der städtischen Ökoplaner sei es stets gewesen, den Mühlheimern das Wasser wieder näher zu bringen und noch mehr Erholungswert zu schaffen. Erfreulicher Nebeneffekt: Weil bei den jüngsten Arbeiten alles glatt gelaufen sei und die Plankosten deutlich unterschritten wurden, koste die Maßnahme die Stadt dank des Landeszuschusses bis auf die Einbringung eigener Grundstücke voraussichtlich keinen Cent.

Dem Vorwurf einiger Bürger, die Durchführung der Maßnahme ausgerechnet in der Brut- und Setzzeit sei falsch, widerspricht Rustler. „Wir haben keine Bäume gefällt, keine Büsche entfernt und auch sonst keinerlei Eingriffe getätigt, die das Brut- und Setzgeschäft der Tierwelt gestört hätten.“ Probleme, berichtet Müller, habe es auf der frisch renaturierten Fläche aber bereits mehrfach mit frei laufenden Hunden gegeben. Die lebten ihren Jagdtrieb an den Enten aus.

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