Es gibt Begriffe, die zählen zu den Standards fast jedes Polizeiberichts. „Sachdienliche Hinweise“ etwa und „Zeugensuche“. Mit Blick auf bereits weitreichende Erkenntnisse haben die Ermittler beides in einem Fall nicht mehr nötig, den die Öffentlichkeitsarbeiter des Südosthessen-Präsidiums gestern mit einem in ihrem Metier eher seltenen Wort bedachten - „Lagerfeuerromantik“.
Klingt erstmal schön, hat aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen kriminellen Hintergrund, vor dem sich schon viele ähnliche Taten abgespielt haben: Metalldiebstahl. Die Polizisten erwischten am Montag gegen 21.30 Uhr auf einem Gartengrundstück nahe der Bahngleise an der Senefelder Allee neun Männer beim Abbrennen der aus Kunststoff bestehenden Ummantelungen von Kupferkabeln. Das ist normalerweise nichts, was Leute tun, die nichts auf dem Kerbholz haben. Und schon gar nicht nachts hinter einen Friedhof.
Zufällig kamen die Ordnungshüter nicht in dieser sonst eher toten Gegend vorbei; ein Kollege hatte ihnen den Hinweis gegeben, dass dort zwei bulgarische Fahrzeuge stehen.


















