Rot-Grün in Mühlheim hadert mit dem Sparzwang

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Nicht der Rasenmäher

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Mühlheim - Mühlheims rot-grüne Koalition hadert mit den Auflagen, die der Kreis als Kommunalaufsicht gleichzeitig mit der Genehmigung des aktuellen Haushaltsplans geschickt hat. Von Marcus Reinsch

Robert Müller, Fraktionsvorsitzender der Grünen, findet es „merkwürdig, dass der Kreis den Gemeinden das Geld erst wegnimmt und dann erwartet, dass diese Steuern und Gebühren erhöhen, um ihren Haushalt zu konsolidieren.“ Immerhin sei es ja der Kreis selbst, der mit der auf „Rekordhöhe“ gesteigerten Kreis- und Schulumlage große Löcher in die Finanzpläne der Städte schlage.

Wie berichtet, fordern die Finanzwächter angesichts von zehn Millionen Euro neuen Schulden, die Mühlheim alleine in diesem Jahr aufnehmen muss, alle Ein- und Ausgabeposten auf den Prüfstand zu stellen. Dabei seien die bisher angenommenen „Grenzen des bisher Zumutbaren“ notfalls zu verschieben. Das wiederum kann, weil Mühlheim tatsächlich nur noch minimales Einsparpotential bei den sogenannten Freiwilligen Leistungen hat, nichts anderes als einen beherzten Dreh an Steuer- und Gebührenschrauben bedeuten. Bürgermeister Daniel Tybussek hat in dieser Woche bereits laut über eine Erhöhung beispielsweise der Grundsteuer für Immobilieneigentümer nachgedacht.

Abgesehen vom angedrohten Korsett gibt sich das „Bündnis für Mühlheim“ froh, dass „schon jetzt die Genehmigung der Kommunalaufsicht vorliegt, sodass die Verwaltung sehr viel früher als im letzten Jahr handlungsfähig ist“. Die Auflagen, betont Marlies Schefer für die Grünen, seien natürlich ernstzunehmen. Die Koalition werde sich „in diesem Sommer intensiv mit Möglichkeiten zur Haushaltskonsolidierung befassen“. Das Rasenmäherprinzip, also die pauschale Kürzung von Kostenposten, dürfe es dabei aber nicht geben. Das bekräftigt die SPD-Fraktionsvorsitzende Sylvia Hornung. Bildung, Integration, Jugend- und Sozialarbeit beispielswiese seien „unverzichtbare Grundpfeiler des städtischen Lebens“. An ihnen sei ebenso wenig zu rütteln wie an der neuerdings wieder üppigeren Vereinsförderung. Letzteres sei „kein Akt der Großzügigkeit“ gewesen, meint Hornung, sondern „die einzige Chance, soziale Folgekosten abzuwenden, mit denen zu rechnen sei, wenn man diese Aufgaben jetzt vernachlässige und an den falschen Stellen spart“.

Das Bündnis wolle nun mit den Mühlheimern selbst diskutieren, „wo es hingehen soll, welche Leistungen und Werte in der Stadt unbedingt zu erhalten seien und welche verlagert oder umstrukturiert werden könnten“. Der richtige Rahmen für solche Ideen- und Meinungsforschung sei der angekündigte „Bürgerhaushalt“.

Rubriklistenbild: © pixelio.de / pauline

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