Doch als die Erzieherinnen das Spiel „Kinder aus dem Schuhkarton“ kreierten, „da kam auch beim letzten Kind Freude auf, Neugier aufs Neue“, erzählte gestern Nachmittag die Leiterin der Kindertagesstätte, Marion Kienzl. Sie, Bürgermeister Walter Blank, der kommissarische Leiter der Abteilung für Kinder, Jugend und Soziales, Olaf Salg, sowie die stellvertretende Bauabteilungsleiterin Luise Schmittke führten durch die frisch neben der Kulturhalle aufgeschlagene Pavillonanlage. Auf einer Gesamtfläche von 517,4 Quadratmetern sollen sich die 85 Kinder der kommunalen Kita tummeln, wenn ihre erst 17 Jahre alte Behausung in der Stettiner Straße ihre „vollumfängliche“ Sanierung erfährt (wir berichteten mehrfach).
Auslagerung verschlingt 200.000 Euro
Bürgermeister Walter Blank liefert die Eckdaten: Die Gesamtmaßnahme der Sanierung des Hauses der Kinder wird mit 915 .000 Euro veranschlagt, davon entfallen auf die eigentliche Sanierung 715 .000 Euro. Und 200. 000 Euro verschlingt die Auslagerung der Kita. Deren Kosten sind vielschichtig verteilt, den Löwenanteil macht die Miete für das Containerdorf aus. Die Gemeinde hat dafür eine Baugenehmigung auf zwei Jahre bekommen, hofft aber, in nur neun Monaten mit Sanierung und Rückumzug fertig zu sein. Klappt es nicht, wurden mit der Mietfirma bereits Verlängerungen vereinbart.
Es soll an nichts fehlen
Und mit einem Stabgitterzaun versehen, der bei einem Hersteller in Dieburg gekauft wurde. „Er machte das günstigste Angebot“, sagt Schmittke, und Blank ergänzt: „So etwas zu mieten ist teuer. Und weil unsere Gemeinde auch später dafür Verwendung haben wird, kauften wir diesen Schutz für die Kinder.“
Auch innen soll es der Containeranlage an nichts fehlen, versichern die Beteiligten. Die Gemeinde hatte sich zusätzlich für die Einrichtung von vier Ergänzungsräumen zu den vier Gruppenräumen für die Waschbären, Pandas, Koalas und Eisbären – so die Gruppennamen – entschieden. Damit solle auch im Provisorium pädagogische Arbeit auf höchstem Niveau gehalten werden, sagt Salg. Die Gruppenräume haben knapp 60 Quadratmeter Fläche, die kleineren etwa 30. Zwei Intensivräume sind für Theater- und Rollenspiele sowie für Bauen und Konstruieren gedacht. Es gibt eine Sprach- und Lernwerkstatt, versehen mit Schallschutzdecken und -türen. Die erst nach der letzten Sanierung vor einem dreiviertel Jahr eingebaute Küche wurde komplett aus der Stettiner Straße an der Kulturhalle verfrachtet und im Pavillon aufgebaut. Der gewohnte Tagesablauf soll unverändert bleiben, weiterhin frisches, gesundes Essen angeboten werden.



© Th. MeierOlaf Salg, Marion Kienzl, Bürgermeister Walter Blank und Luise Schmittke legen Hand an am letzten Karton.










