Dies hänge zusammen mit der mangelnden Attraktivität als Wohnstandort. Die Montagsrunde bezieht sich auf die kürzlich vorgestellte IHK-Studie „Zukunftsperspektiven für die Region Offenbach“. Darin wird unter anderem die Entwicklung der Kaufkraft in den vergangenen Jahren dargelegt. Die liegt in Neu-Isenburg zwar weit über dem Bundesdurchschnitt, hat aber nichtsdestotrotz abgenommen.
„Zu Recht mahnt die IHK Offenbach eine bessere Stadtentwicklung für Stadt und Kreis Offenbach an“, sagt Werner Geiß für die Montagsrunde. „Nicht nur eine ausgeprägte Stadtmitte, auch die Gestaltung attraktiver Wohnquartiere sowie eine zukunftsweisende Verkehrsanbindung prägen heute das Profil einer Stadt.“
Der von der IHK geforderte „Masterplan Stadtentwicklung“ umschreibe genau das, was die Montagsrunde wolle. „Auf diesen smarten Begriff sind wir einfach nicht gekommen“, geben die streitbaren Bürger neidlos zu. Sie haben eine ganze Reihe Ideen, die sich ihrer Ansicht nach zu einem „Masterplan“ zusammen fügen könnten:
- Verlagerung des Autoverkehrs auf ein Schienennetz, dessen Kern die Verlängerung der Straßenbahnlinie 14 durch die Frankfurter Straße bis Dreieich bildet.
- Verkehrsberuhigte Flaniermeile in der Frankfurter Straße, die als urbanes Bindeglied zwischen Altstadt und neuer Mitte im Süden fungiert.
- Konsequente Realisierung der Siedlung „Birkengewann“ nach Passivhaus-Standard. Nach Rückfrage beim Regierungspräsidium sieht die Montagsrunde Spielraum zur Optimierung des bereits verabschiedeten Bebauungsplans.
- Ausbau des Stadtquartiers Süd zu einer veritablen Stadtmitte mit Museum, höherer Bildungsanstalt, Forschungsinstitut, Bibliothek, Ateliers, Wissenschafts- oder Medienpark.
- Zeitgemäßes Wohnen im Süden: Nicht Investoren und Bauträger, sondern die künftigen Bewohner selbst sollten nach Ansicht der Montagsrunde in Baugruppen und Genossenschaften individuellen Wohnraum schaffen. Vorgabe wäre eine verdichtete, klimaschonende Architektur, ergänzt durch Infrastruktur wie Kitas und Einzelhandel sowie Mehrgenerationenhäuser und Sozialwohnungen.
- Wohnen statt pendeln: Die künftigen Wohnquartiere sollten in Kooperation mit dem Gewerbe vorrangig von jenen Arbeitnehmern besiedelt werden, die bislang pendeln müssen. Die Ausgaben für den Sprit würden höhere Mieten am Arbeitsplatz deutlich übertreffen.
- Expressradwege nach Frankfurt und ins Umland
- In enger Abstimmung mit Frankfurt und dem Regionalverband Entwicklung zur „Green City“.
Gerne greift die Runde das Angebot der Bürgerbeteiligung zur Gestaltung des Stadtquartiers Süd auf und meldet sich jetzt schon zu Wort. „Wir wünschen dem Magistrat den Mut, auch mit unkonventionellen Modellen ein Profil für die Stadt zu erarbeiten“, so Geiß.


















