Das schöne Konterfei von Helen Pfaff ziert den Ein-Dollar-Schein, den die Band „Pink Floyd Reloaded“ am Freitag in der Hugenottenhalle zu Hunderten regnen ließ. Einen Tag später steht die attraktive Sängerin auf der Bühne der gläsernen Box rund 14 Meter über der Frankfurter Straße und singt für die Besucher, die sich getraut haben, sich in diese luftigen Höhen heben zu lassen. Gemeinsam mit Gogo (Gordana Stojanovic), der anderen Sängerin, die Samstag und Sonntag das Publikum von oben unterhielt (denn ihre Stimmen beschallten per Lautsprecher die Straße), ist sie nur einer von fast unzähligen Programmpunkten bei der 20. Ausgabe des Musikspektakels. Und die Hebebühne „Linde Magic Cube“ eine der Attraktionen.
Die Hugenottenstadt war im gewohnten Ausnahmezustand während des Festivals, das nicht nur gefühlt größer ausfiel als die vorhergehenden Ausgaben. Grund für den Andrang könnte auch die Verschiebung des Zeitpunktes der Veranstaltung sein, die jetzt in den Sommerferien über die Bühne(n) geht.
Bilder vom Open Doors
Die Frankfurter Straße gesperrt, die Fußgängerzone an der Bahnhofstraße auch lange nach Untergang der Sonne dicht bevölkert und die Plätze vor den Bühnen rar gesät. Von jeder Band auch nur ein Lied zu hören, das ist beim Open Doors eine Sache der Unmöglichkeit. Das ist auch so wahrscheinlich gar nicht gewollt – denn dazu ist das Programm zu bunt, zu schrill, zu sehr voller Highlights. Viel mehr geht es für den Festivalbesucher darum, sich einen Plan zu machen und gezielt zu einer der Bühnen zu gehen. Und dort zu verweilen, zu tanzen oder zu schwatzen, bis der nächste Act irgendwo anders in der Stadt beginnt.
Oder man macht es wie Gerd Bächler aus Frankfurt. „Ich war noch nie bei diesem Musikspektakel und war neugierig, wie das so ist.“ Spontan habe er sich ins Auto gesetzt und sei nach Isenburg gefahren. „Jetzt stehe ich hier vor dieser Bühne und bin hin und weg.“
Gute Stimmung, volles Programm
Überall gute Stimmung und volles Programm: Ein ähnliches Bild bot sich den Musikfans bei den „Quietschboys“ beim Biermüller an der Ludwigstraße. So angesagt ist das Quartett, das dort mit frechen Texten gastierte, dass sich die Zuhörer noch weit bis zur Straße hin stellen mussten.
Bereits am ersten Tag des Festivals strömten die Massen – gut tausend Fans bevölkerten die Hugenottenhalle beim Auftritt von „Floyd Reloaded“, und auch an der TV-Halle an der Beethovenstraße beim „Actionteam“ bot sich ein ähnliches Bild. In diesem Jahr spielten die Bands nicht in der Halle des Turnvereins, sondern im Hof, und dort gehörte der Samstagabend den Lokalmatadoren von „Inhuman“ und „Mind The Gaep“ – beide brachten ihre Fans so richtig ins Schwitzen.
Das taten allerdings auch die Zuhörer in der Musikkneipe Treffpunkt. Dort hatten sich die „Gypsys“, bei denen Musikspektakelmacher Michael Kercher am Schlagzeug sitzt, etwas nicht Alltägliches einfallen lassen: Kercher spielte mit dem Rücken zum Publikum, sodass jeder sah, welch schweißtreibende Angelegenheit das Schlagzeugspielen ist.
Bilder vom Open Doors 2011
Schweißtreibend waren auch die Vorbereitungen aufs Riesenspektakel. „Wir rechnen damit, dass über die drei Tage verteilt gut 30.000 bis 35.000 Menschen hier waren“, sagte Veranstalter Kercher. So viele wie noch nie zuvor. Wie es sich gehört bei einem runden Geburtstag. Und auch das Angebot rund um die Musik war so abwechslungsreich wie in den vorhergehenden Jahren nicht. „Insgesamt ziehen wir eine sehr positive Bilanz“, sagt Kercher. Zufrieden zeigte sich gestern Nachmittag auch die Polizei: „Rundum ruhig“ lautete das erste Fazit.
























































































































































































