Für sie wird der Flohmarkt am Ringcenter, der offiziell als Jahrmarkt firmiert, zur unerträglichen Belastung. Der Vorwurf: „Die Genehmigungsbehörde drückt da anscheinend Augen zu, die offen sein müssten.“
Das rege Treiben versucht der Weiß-Veranstaltungsservice, der solche Märkte zwischen Wetzlar, Sulzbach, Weiterstadt und Wächtersbach organisiert, in geregelte Bahnen zu lenken. Das gelingt nicht immer: „Auch wir hatten am Montag bereits zwei Beschwerden von Anwohnern der Humperdinckstraße erhalten“, heißt es aus der Zentrale. Dabei sind Anliegerstraßen mit Baken und Hinweisschildern gesperrt: Durchfahrt verboten, Anlieger frei. „Leider werden diese Absperrungen von vielen Besuchern des Markts ignoriert und teilweise zur Seite geschoben.“
Es wurde kräftig geknollt
Dann ist’s ein Fall für das städtische Ordnungsamt. Leiter Peter Weigand hatte am vergangenen Sonntag („Der einzige freie Tage für unsere Teams“) zwei Stadtpolizisten losgeschickt, um rund um das Center Autofahrer aufzuklären, einzuweisen und zu kontrollieren. Das Ergebnis lässt sich eigentlich nur aus Sicht des Stadtkämmerers sehen: Es wurde kräftig geknollt, so Weigand. 240 Verwarnungen stehen nach diesem Sonntag, jede zwischen fünf und 35 Euro teuer.
Stellschrauben neu justieren
Regelmäßig setzen sich Ordnungsbehörde, Veranstalter und Ringcenter als Vermieter zusammen, um alle sogenannten Stellschrauben neu zu justieren. Aus dieser Runde folgte zunächst die Idee und später die Auflage, einen Teil der Besucher auf den Stadthallen-Parkplatz am Nassen Dreieck zu lenken. Von dort verkehrt ein kostenloser Pendelbus zum Ringcenter.
Was in Wallau funktioniert, hat in Offenbach nur mäßigen Erfolg: „Leider wird diese entspannte Möglichkeit zum Parken kaum genutzt.“ Offenbar ist das auswärtigen Besuchern zu weit. Daher fragte Weiß an, ob der Parkplatz der August-Bebel-Schule anzumieten ist. Das habe der Schulträger (Kreis Offenbach) abgelehnt. Dieser neue Weg ist also versperrt.
„Bisher konnten immer Lösungen erarbeitet werden“
In der Kelkheimer Weiß-Zentrale ist man dennoch optimistisch, den Standort halten zu können: „Bisher konnten immer Lösungen erarbeitet werden.“ Schließlich verdienen alle offenbar gut an dem Offenbacher Jahrmarkt. Eine Zahl: Der Preis für den ersten Standmeter (Neuware) liegt bei 30 Euro.
Mit Personal geizt das Ordnungsamt nicht. Der nächste Termin ist bereits rot markiert: 8. Juli. Dann schickt die Behörde drei Stadtpolizisten und einen Abschlepper an das Ringcenter. Wenn das alles nichts nutzt, geht’s an das Gewerberecht. Peter Weigand kündigt an: „Dann reduzieren wir gegebenenfalls die Stellflächen.“
Mehr Informationen: www.weiss-maerkte.net


















