Und blasen die Lüfte von rechts, starten die Frankfurter Flieger von links besonders dröhnend über die Stadt. Beim gestrigen Entenrennen des Lions Club Offenbach-Lederstadt auf dem Main allerdings wären gefahren- und lärmträchtige Wetter- und Wasserbedingungen ausnahmsweise willkommen gewesen. Aber da war’s natürlich genau andersrum.
Also: Der Mainpegel niedrig, die Strömung schwach, der Westwind ein Gegenwind für die leichten Renn-Enten. Da half den Plastikathlethen dann auch kein ferrarirotes Gefieder und kein Anfeuern. Da half nur Geduld. Die allerdings wurde belohnt. Nicht mit einem neuen Streckenrekord zwar. Aber mit großartigem Drumherum. 12 Uhr, Beginn der Entenparty: Auf dem Mainuferparkplatz trudeln die ersten Besucher ein. Wer noch keine Ente sein eigen nennt, kann für drei Euro pro Stück nachrüsten. Manch einer sieht sich schon als Rennstallbesitzer, kauft gleich mehrere Exemplare. Dann ist noch reichlich Zeit, um eine der 60 selbstgebackenen Torten der Lions-Damen oder etwas Herzhaftes zu sich zu nehmen. Kinder vergnügen sich auf der Hüpfburg oder beim Kinderschminken des Theaterclubs Elmar.
Bilder vom Entenrennen
Rund 11.000 Teilnehmer
14.30 Uhr: Startschuss durch Oberbürgermeister Horst Schneider. Es wird eng auf dem Wasser. Die Lederstadt-Lions richten das große Entenrennen bereits zum vierten Mal aus. Rund 11.000 Teilnehmer sind mittlerweile dabei, fast doppelt so viele wie beim ersten Rennen 2006. Die Renndistanz unterdessen hat sich mehr als halbiert; statt nach 800 Metern wie noch im vorletzten Jahr ist das Ziel jetzt nach 300 Metern erreicht.
Die Plastikenten werden vom technischen Hilfswerk aus 24 großen Säcken zu Wasser gelassen. Die meteorologischen Umstände sorgen für gleichberechtigte Gewinnchancen: Die durchnummerierten roten Renner erhalten eine größtmögliche Durchmischung, werden immer wieder schön verwirbelt. Ein klarer Kurs fällt da allerdings schwer. Ausbüchsen und den Schiffsverkehr irritieren kann aber kein Teilnehmer - die Strecke ist mit Ölsperren abgegrenzt.
Attraktive Preise
Nach eineinviertel Stunden passiert die erste Ente die blaue Schleuse. Notar Norbert Winter fischt vom Begleitboot der Sportgemeinschaft Wiking aus die Ente mit der Nummer 6344 aus dem Wasser. Es ist eine wertvolle Nummer - ihr Besitzer gewinnt ein vom Hauptsponsor spendiertes Auto. Wer der glückliche neue Eigentümer des Hyundai i10 ist, wird die Welt aber erst später erfahren. Auf jeden Fall handelt es sich um einen Zeitgenossen, der nicht damit gerechnet hat, dass ihn Fortuna beim Entenrennen küssen wird. Sonst wäre er sicher zur Siegerehrung gekommen.
Den zweiten Preis, ein viertägiger Traumurlaub in einem Golfhotel auf Mallorca, geht an die Nummer 6113. Sie gehört zum Bürgeler Reiner Möller. Drittschnellste Ente: Nummer 4446, Besitzer noch unbekannt. Alles in allem werden 51 Preise im Gesamtwert von mehr als 27.000 Euro vergeben; sie wurden ausnahmslos gespendet.
Erlös für einen guten Zweck
Neben dem Spaß für rund 3 000 Gäste sind aus dem Enten- und Standverkauf knapp 35.000 Euro Reinerlös für gesunde und kranke Kinder zusammengekommen. Damit wird der Lions Club gezielt einzelne Projekte fördern: die örtliche Kinderbibliothek, die Verbesserung der Lesekompetenz in den Grundschulen, ein neues medizinisches Gerät für die Kinderklinik und das geplante Hospiz im Ketteler-Krankenhaus.
„Raceboss“ Dr. Kurt Hunsänger, Erfinder des Entenrennens, und Präsident Hans-Ulrich Schmidt freuen sich über die vielen Sponsoren: „Wir sind über die breite Unterstützung sehr glücklich. Es gab eine große Resonanz in der Wirtschaft. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken.“


























































