„Berufswege für Frauen“: Offenbacherin eröffnet Kampfkunstschule für Mädchen dank des Kredits

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    • 13.04.12
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Sprung nach vorn gewagt

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Offenbach - Steph Taibis schwarzer Gürtel hält viele Talente zusammen: mehr als drei Fremdsprachen, Musikalität sowie 20 Jahre Erfahrung in Taekwondo und Selbstverteidigung. Von Katharina Hempel

© kat

Auf roten Matten, die Sprünge abfedern und Bodenrollen dämpfen, unterrichtet Steph Taibi Taekwondo.

Die gibt die Frankfurterin in ihrer Offenbacher Kampfkunstschule Song Moo an Frauen und Mädchen weiter. Im Oktober zog die Taekwondo-Schule aus dem Nordend in die Innenstadt, in ein Häuschen im Hinterhof der Bismarckstraße 76. „Mit der Unterstützung von ,Berufswege’ konnte ich mir erlauben zu expandieren. Ich habe den Sprung nach vorn gewagt“, sagt Taibi.

„Berufswege für Frauen“ ist ein Wiesbadener Verein, der Frauen im Beruf und auf dem Weg dorthin unterstützt; durch Workshops, Beratung und Projekte. Eins davon ist „Social Business Women“. „Das Projekt setzt sich für Frauen ein, die sich selbstständig machen wollen. Oft haben sie gute Ideen, bekommen aber aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände wie Migrationshintergrund, Alleinerziehung oder Hartz IV keinen Kredit von der Bank“, beschreibt Projektleiterin Jördis Flöther das Konzept. Sechs Kreditnehmerinnen gibt es bisher, davon fünf in Wiesbaden und mit Steph Taibi eine in Offenbach.

„Ich musste eine Jury von meiner Geschäftsidee überzeugen“

Das Startkapital liegt zwischen 5000 und 10.000 Euro. Die Frankfurterin bewarb sich mit ihrer Offenbacher Kampfkunstschule. „Ich musste eine Jury von meiner Geschäftsidee überzeugen“, erinnert sie sich, „aber darin bin ich zum Glück gut. Eine Ausbildung zur Kampfkünstlerin, ein schwarzer Gürtel, Mädchen unterrichten und von sich überzeugen – das geht nicht ohne Selbstvertrauen.“ Der Mentor, der ihr ebenfalls zur Seite gestellt wird, unterstützt sie mit Tipps für Marketing und Eigenwerbung; sicher und überzeugt tritt sie schließlich schon auf.

„Das Projekt von Steph Taibi dient einem sozialen Zweck. Damit entspricht es genau der Idee von Muhammad Yunus“, ist Jördis Flöther begeistert. Die Taekwondo-Lehrerin fügt hinzu: „Bei mir trainieren Frauen und Mädchen aus Ghana, Russland, Ungarn, Marokko, der Türkei und Deutschland. Ich hoffe, dass ich so Integration erreiche. Wer zum Unterricht kommt, soll sich sofort aufgenommen und willkommen fühlen. Wie wir miteinander umgehen ist wichtiger als der sportliche Aspekt.“

Die Mädchen wachsen und wachsen und wachsen

Und was ist mit Jungen und Männern? „Ich biete Kurse nur für Mädchen an. In Offenbach ist das natürlich sinnvoll. Oft ist das auch ein Entscheidungskriterium für die Eltern. Kinder mit religiösem Hintergrund oder Kopftuch dürften sonst nicht mitmachen. Außerdem: Mädchen und Frauen unter sich, das hat sich für mich bewährt. Sie können sich im geschützten Rahmen ausprobieren und Dinge erproben, die sie sonst nie machen oder sich trauen würden. Ich sehe nach drei Monaten Training einen Unterschied. Sehe, wie die Mädchen wachsen und wachsen und wachsen.“

Passt perfekt zum Namen der Kampfschule: „Song Moo ist in Korea das Symbol für Pinie und steht für Stärke und Treue. Das hat mir gefallen“, erklärt Taibi die Namenswahl. Koreanisch lernt sie seit einigen Monaten. Neben Deutsch, Englisch und Französisch spricht sie fließend nordafrikanisches Arabisch. „Fremdsprachen sind ein Tick von mir. Als Studentin habe ich noch Schwedischkurse besucht.“

Tag der offenen Tür

Zu der Zeit machte Steph Taibi auch ihren ersten Selbstverteidigungskurs. „Das war vor 23 Jahren oder so. Dann habe ich selbst angefangen, Kurse zu geben. Erst hatte ich einen, dann zwei, schließlich habe ich das hauptberuflich gemacht“, erzählt die studierte Musikerin. Schwerpunkt: Querflöte.

Am Sontag, 6. Mai, ist Tag der offenen Tür mit Mitmach-Training im Studio Song Moo.

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