Sanierung länger und teurer als erwartet: Kosten 215.000 Euro

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    • 08.08.12
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Sanierung

Wehrturm Mulaul in ganz neuem Glanz

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Seligenstadt (sam) - Insgesamt acht Türme setzten einst im Städtchen markante Zeichen. Einer von ihnen, der Wehrturm an der nördlichsten Ecke der Altstadt am Mainufer, erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz.

Die Sanierung dauerte allerdings - wie so oft bei der Instandsetzung von historischen Gebäuden - länger als geplant und wird mit Gesamtbaukosten von rund 215000 Euro um einiges teurer als veranschlagt.

Er gehört zu den ältesten Bauwerken in der Einhardstadt und ist ein Mosaiksteinchen im Kaleidoskop ihrer Sehenswürdigkeiten: Um 1462 als Teil der Stadtbefestigung während der Mainzer Kurfehde erbaut, diente er bis ins 16. Jahrhundert als Lager für Schießpulver, später auch als Gefängnis. Doch der Zahn der Zeit nagt an dem Wind und Wetter ausgesetzten Baudenkmal, das zuletzt 1909 restauriert worden war. Als vor drei Jahren der Putz von der Fassade bröckelte, wurden Turm und benachbarte Treppe aus Sicherheitsgründen abgesperrt (wir berichteten).

Bestands- und Schadensanalyse fällig

Der Förderverein Historisches Seligenstadt finanzierte ein erstes Schutzgerüst, dann war eine umfangreiche Bestands- und Schadensanalyse fällig, wobei das beauftragte Architekturbüro Huther & Karawasillis (Rödermark) und die Obere Denkmalfachbehörde kooperierten. Wie jetzt beim Vor-Ort-Termin zu erfahren war, zog das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden das Institut für Steinkonservierung in Mainz hinzu, das bereits bei der Sanierung des Palatiums mitgewirkt hatte und die alte Mörtelrezeptur analysierte. Dass der Turm neu verputzt wurde, basiert auf der historisch belegten Tatsache, dass „die Türme im Mittelalter immer verputzt waren“, erklärte Architekt Siegbert Huther und trat damit der bereits laut gewordenen Kritik entgegen, der fast weiße Anstrich wirke zu neu, und Naturstein müsse atmen.

Patina lässt nicht lange auf sich warten

Huther: „Ohne Verputz dringt in jede Fuge Wasser ein, und der Turm ist schnell wieder verwittert.“ Außerdem lasse die Patina nicht lange auf sich warten. Als Zitat an die Historie wurden die beiden Anschlüsse an die frühere Stadtmauer offen gelegt. Mit der Sanierung, die laut Architekt relativ problemlos war, wurde im Herbst 2011 begonnen, der Winter verzögerte dann den Kalkauftrag. Im Frühjahr entdeckte man bei Arbeiten an der Turmspitze, dass die Balustrade (Umgang) „ganz marode“ war und wegen Baufälligkeit komplett abgenommen werden musste. Eine Neuaufmauerung war notwendig, was die Bauzeit entsprechend verlängerte.

Schon zuvor war klar geworden, dass die anfangs geschätzten mehreren zehntausend Euro Sanierungskosten bei weitem nicht ausreichen würden. Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams ist deshalb froh darüber, dass die 15000 Euro Zuschuss durch das Land Hessen einen Teil der Mehrkosten abfangen. Albrecht Kemmerer vom Förderverein Historisches Seligenstadt überreichte ihr vor Ort einen Scheck in Höhe von 4040 Euro: eigene Spenden plus der Erlös einer Sammlung bei anderen Seligenstädter Vereinen. Der Verein Lebenswerte Seligenstädter Altstadt legt weitere 500 Euro dazu. „Die würden wir gerne in die Klappläden investiert sehen, erklärte Peter Störk schmunzelnd.

Der schon 1598 als „Mulaul“ bezeichnete Turm - so benannt wegen der einst benachbarten Stadtmühle - ist „nach seiner Sanierung wieder ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Baukunst“, resümiert die Bürgermeisterin.

Nach Restarbeiten im Sockelbereich und an der Treppe wird er für Besucher auch künftig bei Stadtführungen begehbar sein. Im Erdgeschoss, wo Sandsteine gelagert werden sollen, werde auch einer der vier gotischen Wasserspeier als Lapidarium aufbewahrt, informierte Seligenstadts Bauamtsleiter Rudolf Post.

Rubriklistenbild: © Archiv/Wronski

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