Die Bewohner des Frankfurter Occupy-Camps haben wieder ihr Zeltlager vor der Europäischen Zentralbank (EZB) bezogen. „Die Polizei hat unser Gelände früher als erwartet freigegeben", erklärte ein Sprecher der Kapitalismuskritiker. Das Camp war am Mittwoch von der Polizei geräumt worden, damit wegen der „Blockupy"-Proteste gegen die europäische Sparpolitik eine Sicherheitszone um die EZB errichtet werden konnte.
Bilder von der Demonstration
Die Polizei hatte vor den „Blockupy"-Aktionstagen am Himmelfahrtswochenende das Schlimmste befürchtet. Aber Szenen wie bei einer Demo von Kapitalismuskritikern am 31. März mit Attacken auf Polizisten, fliegenden Pflastersteinen und zersplitterten Schaufenstern blieben aus. Weder bei den verbotenen Protestaktionen noch bei der Großdemonstration am Samstag gab es ernsthafte Ausschreitungen. Selbst der berüchtigte „Schwarze Block" hielt sich zurück. Auch als der Protestzug die Hochhaustürme der Deutschen Bank passiert, flog nicht ein einziger Stein.
Neben über 20.000 friedlichen Demonstranten mit Trommeln und bunten Transparenten hatten sich auch rund 1000 Autonome in den Protestzug eingereiht. Mit dunklen Sonnenbrillen und schwarzen Jacken - die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen - lief der „Schwarze Block" hinter einem Lautsprecherwagen im hinteren Teil der Demo. Doch die Veranstalter hatten sich auch mit den Radikalen abgesprochen: „Wir hatten einen Aktionskonsens", erklärte „Blockupy"-Sprecher Christoph Kleine. Von den Demonstranten sollte keine Eskalation ausgehen. „Und daran haben sich alle gehalten."
Das „Blockupy"-Bündnis feiert sich nach der Demo als Sieger und den hessischen Innenminister Boris Rhein (CDU) als Verlierer. Das Polizeiaufgebot sei „völlig überzogen", das Verhalten der Beamten „offenkundig auf Provokation" ausgerichtet gewesen. Die Polizei sieht das anders: Es habe Gewalttätigkeiten gegen Beamte gegeben, Demonstranten hätten Rauchbomben und Bengalische Feuer gezündet. Die Demonstranten wurden zum Teil von sechs Doppelreihen gepanzerter Polizisten eskortiert. Ein Twitter-Nutzer veröffentlichte eine SMS seiner Tochter von den „Blockupy"-Protesten: „Hey papa, wahnsinnige stimmung. 25 tausend leute, jeder hat seinen privatpolizisten!!"
dpa




















































