Was geschah wirklich mit Lothar Zepter, dem Ehepaar Lange und dem kleinen Tristan?

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    • 12.05.10
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Ungelöste Fälle in der Region

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Offenbach ‐ Ungelöste Kriminalfälle sorgen oft noch Jahre nach der Tat dafür, dass es in der Gerüchteküche brodelt. Vor allem in der Bevölkerung am Tatort oder am Wohnort des Opfers kursieren immer neue Vermutungen. Von Peter Schulte-Holtey

© Pixelio

Ungelöste Kriminalfälle sorgen oft noch Jahre nach der Tat dafür, dass es in der Gerüchteküche brodelt.

Einen Fall konnten die Ermittler hingegen aufklären:

War Streit zwischen Nachbarn das Mordmotiv?

In der US-TV-Serie „Cold Case” (Kalter Fall) sind es Polizisten, die nicht locker lassen; ein Spezial-Team löst Fälle, die teils vor Jahrzehnten zu den Akten gelegt wurden. Die Realität in deutschen Polizeipräsidien sieht völlig anders aus. In Uralt-Fällen gibt es oft lediglich durch DNA-Zufallsfunde neue Entwicklungen. Spektakuläre Fälle aus dem Rhein-Main-Gebiet, die bislang nicht aufgeklärt wurden:

Obertshausen: Unvergessen der Fall Lothar Zepter. Vieles deutet darauf hin, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Der Grafiker aus der Brüder-Grimm-Straße in Obertshausen verschwand in der Nacht zum 6. August 2000. Der Ehemann und Vater hatte eine Feier im Vogelsberg vorzeitig verlassen, das war das letzte Mal, dass er lebend gesehen wurde. „Die Spuren, die auf dem Grundstück der Familie gefunden wurden, sprechen eine klare Sprache“, meint seine Familie.

Der 48-jährige sei mehrfach brutal zusammengeschlagen worden, wobei er viel Blut verloren habe. „Auch in seinem Auto, das etwa einen Kilometer weiter entfernt an einem Waldstück geparkt war, fanden sich Blutspuren“, teilten die Tochter und die Witwe Zepters unserer Zeitung gestern mit. Eine groß angelegte Suchaktion am Montag nach dem Verschwinden brachte kein Ergebnis: Eine komplette Hundertschaft der Bereitschaftspolizei mit einer Hundestaffel durchkämmte das Waldgebiet zwischen dem Obertshausener Bauhof und den Stadtteilen Offenbach-Bieber und Mühlheim-Lämmerspiel. Eine gentechnische Analyse brachte keine Erkenntnisse.

Ober-Roden: Im Polizeipräsidium Südosthessen erinnert man sich auch an ein bis heute mysteriöses Gewaltverbrechen in Ober-Roden. Am 25. März 1999 hatte eine Putzfrau in einem Haus in der Potsdamer Straße die grausige Entdeckung gemacht: Das Ehepaar Zohre und Claus Lange wurde erschlagen gefunden. Die Polizei verfolgte viele Spuren, ohne Ergebnis. 2000 wurde gefragt: „Musste das Paar sterben, weil Deutschlands meist gesuchter Verbrecher Dieter Zurwehme auf seiner Flucht zufällig durch Ober-Roden kam?“ Eine Nachbarin will ihn gesehen haben. Doch im Gegensatz zu anderen Taten hatte er jede Beteiligung an dem Doppelmord abgestritten.

Frankfurt: Der grausame Mord an dem 13-jährigen Tristan in Frankfurt-Höchst gehört zu den größten ungelösten Kriminalfällen in Hessen. Tristan war am 26. März 1998 in einem Tunnel des Liederbachs nahe des Bahnhofs im Stadtteil Höchst getötet und bestialisch verstümmelt worden. Die Polizei veröffentlichte ein Phantombild des mutmaßlichen Täters. Bei Recherchen hätten Zeugen einen „Mann mit Zopf“ beschrieben, hieß es. Der Gesuchte - der damals 20 bis 30 Jahre alt gewesen sein soll - hat eine Narbe an der Oberlippe, möglicherweise eine Hasenscharte.

Darmstadt:Hoffnung gibt es seit gestern im Fall eines verschwundenen Mannes aus Darmstadt. Bei der verwesten Leiche, die von Jugendlichen in einem Schacht auf einem verlassenen Industriegelände im nordhessischen Frankenberg gefunden wurde, könnte es sich um den seit 2007 vermissten Studenten handeln. „Das ist der einzige Hinweis, der uns zurzeit vorliegt“, teilte ein Polizeisprecher in Korbach mit. Die Obduktion habe ergeben, dass der Tote männlich ist. Der Student wäre heute 29 Jahre alt. Rechtsmediziner in Gießen untersuchten den Leichnam und nahmen DNA-Proben.

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