007.04.10|Lokalsport|Lokalsport|
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Offenbach ‐ Am Freitag, 7. April, endet eine große Karriere: Der 40 Jahre alte Tischtennisprofi Jörg Roßkopf tritt für die TG Hanau gegen den TTC Fulda-Mabernzell zu seinem letzten Bundesliga-Spiel an. Sogar die Düsseldorfer Punkband „Die Toten Hosen“ gibt sich dafür in der Main-Kinzig-Halle die Ehre. Von Holger Appel

© osdp
Der Abschied als Spieler naht für Jörg Roßkopf. Am Freitag beendet er seine aktive Karriere.
Roßkopf bleibt dem Tischtennis erhalten, er übernimmt die deutsche Nationalmannschaft als Bundestrainer. Vor seinem Abschied als Aktiver äußerte sich „Mister Tischtennis“ gegenüber unserer Sportredaktion über ...
den Auftakt bei der DJK/BW Münster: Mein Heimatverein, dem ich immer verbunden geblieben bin. In Horst Heckwolf hatte ich zum Auftakt einen guten Trainer, der mich geprägt hat.
FTG Frankfurt: Mein erster großer Verein, der mir schon im Alter von 14 Jahren die Plattform in der 2. Liga geboten hat. Aus finanziellen Gründen ging es dann nicht weiter - das war schon sehr schade.
Borussia Düsseldorf: Als Talent war es ein großer Schritt dorthin. Aber 24 Titel in 14 Jahren Düsseldorf sprechen für sich. Das war wirklich eine klasse Zeit. Borussia Düsseldorf ist der beste Verein, den es in Deutschland gibt. Von dort aus ist mir der Sprung auf die internationale Bühne gelungen.
8. April 1989: Die Goldmedaille im Doppel bei der WM an der Seite von Steffen Fetzner. Sicher der größte Erfolg meiner Karriere und ein ganz wichtiger Schritt für den Tischtennissport in Deutschland. Wir haben einen schlafenden Riesen geweckt. Die Chinesen haben bei dieser WM keinen Titel geholt, weder im Einzel noch im Doppel, und daran hatten sie bis 1995 zu knabbern. Jetzt ist der Sport langweiliger geworden angesichts der chinesischen Dominanz.
Olympische Spiele 1992 in Barcelona: Ich hatte bereits einen guten Olympiastart 1988 in Seoul mit Platz drei im Doppel. 1992 haben Steffen Fetzner und ich unsere Chance gesehen, am Ende wurde es aber „nur“ Silber. Das war die erste deutsche Olympia-Medaille im Tischtennis. Im Einzel war ich der einzige Spieler, der gegen den überragenden Jan-Ove Waldner einen Satz gewann. Leider war dann nach dem Viertelfinale Schluss.
EM 1992 in Stuttgart: Europameister im Einzel. 1992 war mein Jahr.
Olympische Spiele 1996 in Atlanta: Ich stand im Einzel und im Doppel im Halbfinale - und verließ die Platte jeweils als Verlierer. Im Einzel hat es immerhin noch zu Platz drei gereicht. Da darf man nicht unzufrieden sein. Denn wie viele Olympia-Teilnehmer fahren mit Medaillen heim? Die wenigsten.
Wladimir Samsonow: Mit ihm gewann ich 1998 den EM-Titel im Doppel. Er kam nach Deutschland, als er noch nicht so stark war. Er hat sich immens gesteigert. Borussia Düsseldorf hat ihn geprägt. Dort stieg er auf zur Nummer eins in der Welt.
Steffen Fetzner: Mein ewiger Kollege, mit dem ich schon Jugend-Europameister war. 1986 haben wir in Düsseldorf eine gemeinsame Bude bezogen, haben uns gegenseitig hochgezogen bis in die internationale Spitze. Er hat seine Karriere vor zehn Jahren aber viel zu früh beendet, wie ich finde. Aber am Freitag kommt er nach Hanau - ich freue mich total darauf.
die letzte Saison als Aktiver bei der TG Hanau: Ich hatte zum Abschluss nochmals ein tolles Jahr, durfte in der Nähe meiner Heimat mit einer jungen deutschen Mannschaft um den Klassenerhalt kämpfen. Und wir werden es wohl schaffen. Wir haben viel Potenzial. Die TG ist ein toller Verein. Hut ab, dass man da das Wagnis Tischtennis-Bundesliga in Angriff genommen hat.
die größte Enttäuschung seiner Karriere: Da gibt es zwei Momente: Bei der WM 1987 habe ich in den Platzierungsspielen gegen Schweden das entscheidende Spiel verloren. Aber daraus lernt man. Und dann die Mannschafts-WM 2004 in Katar. Im Halbfinale habe ich beim 3:1 gegen Südkorea eine starke Leistung gezeigt - und saß im Finale gegen China nur auf der Bank. Das war eine ganz bittere Erfahrung.
Verletzungspech: Ich musste zwei Mal längere Zeit pausieren. 1998 wegen einer Schulter- und 2002 wegen einer Ellenbogenverletzung. Einmal acht und einmal 14 Monate. Für einen Leistungssportler eine bittere Zeit. Aber meinem Körper hat die Pause gut getan. So konnte ich wohl länger spielen als viele Kollegen.
Wechsel zum Bundestrainer: Zunächst einmal hätte ich als Assistenztrainer unter Richard Prause gerne bis 2012 weitergemacht und eventuell sogar noch eine Saison in Hanau gespielt. Als klar war, dass Richard nach Österreich wechselt, kam das Angebot vom Verband - und da kann man natürlich nicht nein sagen.
Richard Prause: Ein sehr guter Trainer, der sich richtig reingearbeitet hat. Schade, dass er uns verlässt. Aber er hat eine gute Mannschaft geformt, die ihren Weg mit mir weiter gehen kann.
Ziele als Bundestrainer: Klar, die Zeiten sind schwierig. Die Chinesen dominieren, Länder wie Japan und Korea haben enorm aufgeholt. Ich muss meine Spieler anhalten, weiterhin intensiv zu trainieren, und ich muss ihnen vermitteln, dass man immer die Chancen für nach oben hat. Ich habe meine Ziele als Bundestrainer fest im Blick: die WM und die Olympischen Spiele 2012. Ich will weit nach vorne kommen mit meinen Jungs.
Timo Boll: Er ist der perfekte Nachfolger meiner Person und total auf dem Boden geblieben. Wir haben großen Spaß miteinander und großen Respekt voreinander.
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(68.4)%Ja, Sport in einem Verein macht Spaß und stärkt den Zusammenhalt.
(13.1)%Nein, ich bin ein Einzelgänger. Gehe lieber ins Fitnessstudio oder Joggen.
(0.0)%Noch nicht. Werde mich aber demnächst anmelden.
(18.5)%Sport? Ich bin froh, wenn ich mich nach der Arbeit nicht mehr bewegen muss.

