Ironman Frankfurt wird für die gut 2300 Starter zur Hitzeschlacht

Ironman: „Spaß haben und das Ziel erreichen“

202.07.1002.07.10|LokalsportFacebook
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Frankfurt (dpa/leo) ‐ Die Titelverteidiger Sandra Wallenhorst aus Hannover und der Eberbacher Timo Bracht starten am Sonntag ab 7 Uhr als Favoriten unter der Weltelite in die neunte Ironman European Championship - oder regionaler bezogen: den Ironman Frankfurt 2010.

© Storch

37 Profis und knapp 2300 Amateure werden sich bei der ersten Disziplin des Ironman Frankfurt wieder in den Langener Waldsee stürzen.

Nach 3,8 Kilometer Schwimmen im Langener Waldsee geht es auf das Rad. 185 statt gewohnte 180 Kilometer durch drei Landkreise und zehn Kommunen sind am „längsten Tag des Jahres“ wegen einiger Umleitungen zu bewältigen. Der Marathonlauf entlang des Mains führt zurück auf den „Roten Teppich“ im Ziel auf dem Frankfurter Römerberg.

„Ich gehe selbstbewusst und entspannt in das Rennen und gebe Vollgas“, sagt Wallenhorst. Bracht sieht sich auf die Sekunde fit. „Ich will den Ritt durch die Hölle wieder gewinnen“, meinte der Eberbacher. Aber der härteste Ausdauer-Wettbewerb der Welt droht für die 37 startenden Profis und knapp 2300 Amateure aus 55 Nationen zur Hitzeschlacht zu werden. Temperaturen jenseits der 30 Grad werden ausgesprochen schweißtreibend sein.

Bracht führt das deutsche Aufgebot mit Andreas Raelert (Drage), Jan Raphael (Hannover), Uwe Widmann (Wiesbaden) und dem bald 43-jährigen Frank Vytrisal aus Darmstadt, der 2007 Dritter wurde, an. Gefahr droht von Chris McCormack (Australien) und dem Neuseeländer Cameron Brown. Auch der Franzose Patrick Vernay zählt zu den Favoriten.

Auch die Langener Waldsee-Haie sind wieder dabei:

Sandra Wallenhorst droht härteste Konkurrenz von der Niederländerin Yvonne van Vlerken. Auch Nicole Leder (Darmstadt), Meike Krebs (Frankfurt) und Andrea Steinbrecher aus Hannover rechnen sich Chancen aus. 100 000 Dollar Prämie und 120 Qualifikationsplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft am 9. Oktober auf Hawaii werden verteilt.

Wegen der Hitzewelle werden die Athletinnen und Athleten beim Schwimmen auf Neoprenanzüge verzichten müssen. 23,7 Grad zeigte das Thermometer am Mittwoch um 7 Uhr an, teilte Kai Walter, Geschäftsführer der veranstaltenden X-dream Sport & Event GmbH aus Hanau-Steinheim und Managing Direktor Ironman European Headquarters, mit. Sollten 24,5 Grad überschritten werden, sind Anzüge untersagt.

„Der Neoprenanzug begünstigt die Teilnehmer, die nicht so gut schwimmen können“, sagt Christoph Oldenburg. Der 45-jährige Westfale wohnt seit 18 Jahren in Egelsbach und geht für die Langener Waldseehaie an den Start. Bereits 2009 startete er in Frankfurt. Er sagt: „Ich schwimme auch lieber mit Anzug, es geht aber auch ohne. So langsam steigt doch die Nervosität und Anspannung.“ Bedauerlich findet Oldenburg, der 2007 seinen ersten Triathlon absolvierte, dass die Maximalzeit um eine Stunde auf 22 Uhr vorverlegt wurde. „Dass sollte dennoch zu schaffen sein.“

Stimmung „faszinierend, das reißt einen mit“

Ohne Neoprenanzug, das findet der 52-jährige Jürgen Kühlwein aus Heusenstamm - er startet für den Skiclub Offenbach - nicht so gut. „Ich komme eher vom Laufen, habe dann parallel mit dem Radfahren angefangen.“ Und mit der aufkommenden Triathlon-Begeisterung verschrieb er sich dann ebenfalls dieser Sportart. „Allerdings gehöre ich eher zu den schwächeren Schwimmern“, gibt er zu.

Früher stand Jürgen Kühlwein selbst an der Strecke, feuerte Freunde oder Vereinskameraden an und bestaunte die herausragenden Leistungen der Spitzentriathleten. Inzwischen nimmt er selbst zum dritten Mal in Frankfurt teil. „Immer im Zwei-Jahres-Rhythmus“, erklärt er. 2006, 2008 und nun 2010 zum dritten Mal. Die Stimmung an der Langstrecke oder beim Ironman bezeichnet der 52-Jährige als „faszinierend, das reißt einen mit“.

Von der Begeisterung mitreißen lassen will sich auch der Dietzenbacher Christoph Flögel (46), Pressewart des Triathlon Rodgau. 2008 startete er erstmals in Frankfurt. „Da war mir nur wichtig, anzukommen“, erinnert sich Flögel. 2010 hat er seine Ziele schon ein wenig höher geschraubt. Vor zwei Jahren war er über 13 Stunden unterwegs, nun dürfen es gerne ein, zwei Stunden weniger werden. „Ich habe sehr viel trainiert, ich hoffe, das wirkt sich auch aus.“ Im Vordergrund steht aber dennoch der Spaß an diesem Event und die Vorgabe, das Ziel am Römer überhaupt zu erreichen.

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