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In Obertshausen wird erfolgreich Unterwasserrugby gespielt, Sorgen hat das Team des USC trotzdem

Rauferei in der dritten Dimension

511.08.09|Lokalsport|Lokalsport|
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Artikel: Rauferei in der dritten Dimension

Offenbach - Unterwasserrugby? Na klar, das ist Rugby unter Wasser, oder? Weit gefehlt. Die Sportarten haben nämlich viel weniger gemein, als es die Namen vermuten lassen. In beiden Fällen geht es zwar keineswegs zimperlich zur Sache. Das war es dann aber auch schon an Parallelen, wie Marc Wachtel, der Mannschaftsführer des USC Obertshausen, betont. Von Christian Düncher +++ Fotostrecke +++

© USCO

Auf dem Weg zum Tor: Zwei Unterwasserrugbyspieler im Duell.

Der wohl größte Unterschied besteht darin, dass Unterwasserrugby nicht auf einem Spielfeld, sondern in einem Spielraum stattfindet. Die Akteure bewegen sich dabei nicht nur seitwärts sowie nach vorne und hinten, sondern auch nach oben und unten. „Man kann folglich auch von überall angegriffen werden. Unterwasserrugby ist daher die einzige dreidimensionale Ballsportart“, so Wachtel. Aber genau darin liegt für den USC Obertshausen auch das Problem. Schwimmbecken mit der vorgeschriebenen Tiefe von 3,20 bis 5 Meter gibt es in der Region nämlich kaum und somit auch nur wenig Trainings- und Spielmöglichkeiten. „Die Situation ist seit Jahren so“, sagt Wachtel. „Das Springerbecken in Obertshausen gibt es schon eine Weile nicht mehr, und die bekannten Standardbecken mit ihren 25-Meter-Bahnen reichen von der Tiefe nicht aus.“

Um überhaupt unter regulären Bedingungen trainieren zu können, fahren die USC-Spieler teilweise bis nach Oberursel oder Frankfurt-Höchst. „Da muss man bei Berufsverkehr 45 Minuten für die einfache Strecke einplanen“, rechnet Wachtel vor. Im Sommer trainiert das Team gelegentlich auch im Dietzenbacher Freibad. In Mühlheim waren die Obertshausener Unterwasserrugbyspieler ebenfalls schon, wenngleich das Becken dort lediglich 2,80 Meter tief ist. „Wir haben uns dort mit den Leuten arrangiert, die Aquarobic machen“, sagt Wachtel. „Aber das war kein Problem. Uns sieht man ja nicht.“

So sieht der Kampf unter Wasser aus

zurück

vor

Trotz der widrigen Bedingungen ist der Unterwasserrugby-Mannschaft des USC Obertshausen in der abgelaufenen Saison nach mehreren vergeblichen Versuchen der Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd gelungen. „Wir waren zum vierten Mal in Folge in der Relegation und haben es nun endlich geschafft“, zeigt sich Wachtel erleichtert. „Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Danach wollen wir uns Stück für Stück etablieren.“ Das Träumen von der 1.  Bundesliga, in der Obertshausen bereits insgesamt neun Jahre spielte, ist ausdrücklich erlaubt.

Zunächst muss allerdings erstmal die Klasse gehalten werden, und das wird schwer genug. „Das ist ein ganz anderes Spielklima als in der Landesliga“, weiß Wachtel. „Wir sind der nördlichste Zipfel der 2. Bundesliga Süd. Dadurch sind die Reisewege für uns besonders lang. Drei Stunden hin, drei Stunden spielen, drei Stunden zurück - das wird keine Seltenheit sein.“ Eine gewaltige Belastung für die USC-Akteure, die – wie alle Unterwasserrugbyspieler hierzulande – reine Amateure sind.

Trotz des hohen zeitlichen Aufwands, der auf die Spieler zukommt, ist die Trainingsbeteiligung sehr gut. Es gebe immer wieder Zulauf von benachbarten Hochschulen und zudem eine kleinere Gruppe mit Nachwuchstalenten. An neuen Leuten kann der USC Obertshausen aber nie genug bekommen. Besondere Voraussetzungen müsse man für diesen Sport nicht mitbringen, sagt Wachtel. „Wir sind nicht alle zwei Meter groß und haben breite Schultern.“ Und obwohl die Spieler neben ihrer Badekleidung, Flossen und Schnorchel lediglich einen Tiefschutz sowie eine Kappe mit Ohrenschützern tragen, sei das Verletzungsrisiko gering. „Beim American Football“, betont Wachtel, „passiert deutlich mehr als bei uns.“

Hintergrund

Unterwasserrugby ist eine relativ junge Sportart, die erst in den 60er Jahren erfunden wurde. Dabei treten zwei Mannschaften, die maximal aus 15 Personen bestehen (jeweils sechs sind im Wasser), über eine Spielzeit von zweimal 15 Minuten gegeneinander an. Ziel ist es, das Spielgerät, einen mit Salzwasser gefüllten Ball, in das gegnerische Tor zu befördern, das sich in einer Tiefe zwischen 3,5 und 5 Metern am Boden des Beckens befindet.

Die Ausrüstung besteht neben Badekleidung aus Tauchermaske, Schnorchel, Schwimmflossen und Wasserballmütze mit Ohrenschützern. Nur wer den Ball hat, darf körperlich attackiert werden. Rohe Gewalt ist ebenso unzulässig wie Angriffe gegen die Ausrüstung.

Die erste Meisterschaft wurde 1966 in Mühlheim an der Ruhr ausgetragen. Der amtierende Meister ist bei den Damen der TV Berlin und bei den Herren der TC Bamberg. Bei der Europameisterschaft 2005 in Helsinki holten die deutschen Damen Silber hinter Norwegen. Die deutschen Herren wurden Vierter.

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