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Rallye Dakar: Der Heusenstammer Unternehmer Stephan Schott zieht Bilanz und äußert sich zu den Risiken

So sicher wie in der Fußgängerzone

Offenbach - Es ist nur ein Beispiel für den Unterschied zwischen Profis und einem „ambitionierten Amateur“ wie Stephan Schott. Während die meisten Fahrer nach der Rallye Dakar in Südamerika entspannten oder sich auf das nächste Rennen vorbereiteten, reiste der 59-jährige Unternehmer direkt weiter nach Brasilien, „um dort bei einer Tochtergesellschaft einige Geschäftstermine wahrzunehmen“. Von Christian Düncher

© x-raid

„Ausgerechnet ein Holländer“: Weil ein Lkw in ihren BMW X3 raste, fielen Stephan Schott und sein Co-Pilot Holm Schmidt (links) um Stunden zurück. „Die gelben Nummernschilder waren nur 15 Zentimeter von unserer Windschutzscheibe entfernt.“

Erst Ende Januar kehrte der Geschäftsführer der in Heusenstamm ansässigen Firma „KS Tools“ an den Schreibtisch zurück, an dem er auch bis wenige Tage vor dem Dakar-Start gesessen hatte. Im Interview spricht der gebürtige Frankfurter über den Verlauf der Wüstenrallye und die Kritik an der Veranstaltung.

Herr Schott, Sie haben als 31. Ihr Ziel, eine Top-15-Platzierung, deutlich verfehlt. War dennoch mehr möglich?

Ja, einiges mehr sogar. Aber wenn man einen schlechten Tag hat, ist man schnell raus. Bei mir waren es sogar zwei schlechte Tage. An dem einen habe ich acht Stunden verloren, an dem anderen vier. Da hat man natürlich keine Chance mehr. Platz 31 unter 173 gestarteten Autos ist trotzdem nicht so schlecht, aber nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.

Was hat überwogen: das Pech oder eigene Fehler?

Bei der ersten Panne fuhr ein Buggy 30 Kilometer lang vor mir und ist nicht weggegangen. Da muss man Geduld haben. Aber ich habe es mit der Brechstange versucht und mir das Fahrwerk beschädigt. Das war mein Fehler. Auf den Unfall am vorletzten Tag hatte ich dagegen keinen Einfluss. Überall war Staub, man sah nichts. Und dann ist ausgerechnet ein Holländer mit seinem Lkw rückwärts in unser Auto hineingerast und hat es einen halben Meter kürzer gemacht. Seine Rücklichter und das gelbe Nummernschild waren nur 15 Zentimeter von unserer Windschutzscheibe entfernt. Und das alles, als wir etwa auf Platz 13 lagen.

Auch diesmal gab es wieder ein Todesopfer, dazu noch einen Schwerverletzten. Was haben Sie davon während der Rallye mitbekommen?

Vor Ort sind die Informationen nur bruchstückhaft. Man ist zumeist mit sich selbst beschäftigt. Über den Tod des Motorradfahrers gab es die unterschiedlichsten Versionen. Teilweise war von einem Herzinfarkt die Rede.

Teilweise wurde massive Kritik an der Rallye Dakar geübt. Wie beurteilen Sie die Diskussionen über zu hohes Risiko und ungenügende Sicherheit?

© x-raidStephan Schott

Klar ist, dass die Motorradfahrer - im Vergleich zu den Auto- oder Lkw-Fahrern - den größten körperlichen Anstrengungen ausgesetzt sind. Aber es gibt eine sportärztliche Untersuchung, ohne die man keine Lizenz bekommt. Das Problem ist, dass die Motorradfahrer keine Crash-Zone haben. Aber das zeigt sich ja auch alljährlich bei den Unfallzahlen mit Motorradbeteiligung im normalen Straßenverkehr. Autos und Lkw sind dagegen sicher, das hat man bei mir gesehen. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass die Dakar eine Motorsportveranstaltung mit erhöhtem Risiko ist.

Wird Ihrer Meinung nach bei der Rallye Dakar genug für die Sicherheit getan?

Ja, das denke ich schon. Vor allem die Tempobegrenzungen werden rigoros durchgezogen. Auf den Verbindungsetappen wird man per Satellit total überwacht. Da kann fast nicht mehr passieren als in einer Fußgängerzone. In allen Fahrzeugen gibt es Speed-Limiter. Wo 120 km/h erlaubt sind, wird der Motor bereits bei 117 km/h abgeregelt. Das Risiko ist insofern überschaubar - zumindest für die Auto- und Lkw-Fahrer. Für die Motorradfahrer gilt das nicht unbedingt.

Nach den Erfahrungen bei der diesjährigen Rallye Dakar: Werden Sie 2013 erneut starten?

Geplant ist noch nichts. Ich lasse nach jeder Rallye erstmal alles sacken. Die Dakar zu fahren, ist aber auf jeden Fall immer reizvoll. Es hängt aber auch davon ab, in welcher körperlichen Verfassung man ist. Die Belastung ist doch jedesmal enorm.

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