227.11.09|Lokalsport|Lokalsport|
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Darmstadt ‐ Am Wochenende wird Darmstadt Schauplatz der Szene im Sportklettern: Die Sektion Darmstadt-Starkenburg des Deutschen Alpenvereins (DAV) richtet im Kletterzentrum Darmstadt sowohl die Deutsche Meisterschaft der Aktiven als auch die Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaft aus. Von Jens Dörr

© imago
Griff für Griff dem Ziel entgegen. Am Wochenende treffen sich Deutschlands Sportkletterer in Darmstadt.
Auch die Speedkletterer ermitteln in der Südhessen-Metropole die Schnellsten der Schnellen. Zuvor stellt sich Johannes Altner unserer Redaktion zum Interview. Der freiberufliche Trainer ist unter anderem Koordinator beim nationalen Verband des DAV und Schiedsrichter des internationalen Wettkampfkletterverbandes IFSC.
Herr Altner, Thomas Tauporn ist der Deutsche, der im Speedklettern die 10-Meter-Wand so schnell bezwang wie kein anderer - nur 6,02 Sekunden benötigte er dafür. Wie geht das?
Speedklettern ist die Disziplin der Schnellkraftausdauer beim Wettkampfklettern und ist damit am weitesten von den Wurzeln des Klettersports entfernt. Die Bewegungen sind weniger komplex, müssen jedoch in einem perfekten Fluss ineinander übergehen. Thomas weiß diese Fähigkeiten auch beim Sportklettern zu nutzen, was zu einem sehr effizienten Kletterstil führt. Letzten Endes ist es aber sicher auch einfach der offensichtliche Spaß an der Sache, der Thomas zum einen erfolgreich und zum anderen zu einem Publikumsliebling macht.
Welche Fähigkeiten sollte man beim Speedklettern und beim Sportklettern allgemein mitbringen?
Beim Klettern stehen zunächst technische und koordinative Fähigkeiten im Vordergrund. Natürlich ist ein günstiges Kraft-Gewichtsverhältnis von Vorteil, jedoch hilft dies nur begrenzt, wenn es an Bewegungsgefühl und -präzision mangelt. Natürlich spielen taktische und psychische Aspekte ebenso eine Rolle, sobald das Ganze leistungsorientiert betrieben wird. Klettern ist unglaublich komplex und vielseitig - genau darin besteht der Reiz. Das Speedklettern muss als Disziplin für Spezialisten gesehen werden, die hierzulande in der Regel ursprünglich vom Sportklettern kommen.
Das Sportklettern kam Anfang der 70er Jahre aus den USA nach Europa zurück, nachdem in den 20ern ein sächsischer Kletterer die im heimischen Elbsandsteingebirge geborene Idee mit über den großen Teich genommen hatte. Ist die Sportart in Deutschland noch eine Modeerscheinung oder aus Ihrer Sicht schon fest und dauerhaft verwurzelt?
Das Sportklettern ist bereits weit entfernt davon, nur einer eingeschworenen Szene von Enthusiasten vorbehalten zu sein. Vor allem durch enorme Entwicklungen in der Infrastruktur und nicht zuletzt durch den Bau von immer aufwändigeren künstlichen Kletteranlagen bestehen heute ganz andere Möglichkeiten. So finden Anfänger viel leichter Zugang zum Sport und gleichzeitig werden die Trainingsmöglichkeiten für Spitzenathleten immer besser. Parallel dazu leisten die Alpenvereinssektionen sehr gute Ausbildungs- und Nachwuchsarbeit auf allen Ebenen. Klettern ist sicher kein reiner Trendsport mehr - Klettern hat sich etabliert.
Welche Ausrüstung braucht ein Neuling, was kostet sie?
Das hängt ein wenig von der Spielart ab, die einen am meisten reizt. Schuhe und Gurt für maximal 200 Euro sind erst einmal das Essenzielle. Der Rest kommt dann nach und nach, beziehungsweise kann in der Regel ausgeliehen werden, wenn man einen Anfängerkurs besucht. Generell ist eine gute Ausbildung wichtig, um den Sport sicher betreiben zu können. Die Sektionen des Deutschen Alpenvereins bieten qualitativ hochwertige Angebote.
Bei den Deutschen Meisterschaften in Darmstadt gehören einige Hessen zu den Favoriten. Hessen als Land der Spitzen-Kletterer?
Die Anzahl der zur Deutschen Meisterschaft qualifizierten hessischen Athleten ist in der Tat ein Qualitätsmerkmal. Nicht zuletzt startet auch der Titelverteidiger Jan Hojer für den hessischen Landeskader. Die in Hessen neu eröffneten Landesleistungszentren in Darmstadt und Kassel und die damit deutlich verbesserten Trainingsbedingungen schaffen bei uns jedoch sehr gute Perspektiven für weitere Entwicklungen.
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(54.5)%Ja, Sport in einem Verein macht Spaß und stärkt den Zusammenhalt.
(18.1)%Nein, ich bin ein Einzelgänger. Gehe lieber ins Fitnessstudio oder Joggen.
(0.0)%Noch nicht. Werde mich aber demnächst anmelden.
(27.4)%Sport? Ich bin froh, wenn ich mich nach der Arbeit nicht mehr bewegen muss.

