Sie sind selten geworden. Diese Spiele, die man startet und darin versinkt. In denen nicht nur der Erfolg und die bessere Waffe, sondern die ganze Geschichte, das ganze Universum locken. „The Witcher 2“ ist so ein Spiel. Von Jan Schmitt

© cd project
Der Hexer ist wieder da! Mit „The Witcher 2“ liefern die polnischen Entwickler ein Rollenspiel der Spitzenklasse ab.
Der Hexer – Frauenheld und Mix aus Magier, Schwertkämpfer und Bestientöter – hängt in Ketten, wird gefoltert, steht an der Schwelle zu Leben und Tod. Wie kann das sein? Spieler des ersten Teils von „The Witcher“ blicken wohl noch eher durch als es alle anderen, die einfach den Bildschirmanweisungen folgen und schon in der ersten Spielstunde einer Belagerung und einem Techtelmechtel beiwohnen und vor einem respekteinflößenden Drachen fliehen. Doch man muss den Vorgänger nicht gespielt haben, um der Geschichte von „The Witcher 2“ folgen zu können. Zwar werden immer wieder Anspielungen gemacht und auch alte Bekannte tauchen wieder auf, doch wirklich notwendig für den Spielfluss ist alles nicht. Wer sich für das Universum interessiert, sollte sich zudem so oder so die Romane des polnischen Autoren Andrzej Sapkowski besorgen.
Technisch ist „The Witcher 2“ über alle Zweifel erhaben. Auf dem PC markiert der Titel eine neue Ära und ist eins der bestaussehenden Spiele auf dem Markt. Auch auf die Ohren gibt es dank eines atmosphärischen Soundtracks einiges, und wer das Spiel auf Englisch spielt, erlebt zudem nochmals ein Qualitätsplus in der Synchronisation. Die Steuerung in den Kämpfen ist zwar ab und an ein wenig träge, wirkt jedoch realistisch. Damit Bewegungen ineinander übergehen und nicht abgehackt oder mittendrin gestoppt werden, sollte man eine andere Taste drücken.



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