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Bürgerinitiative „Nowest“ fürchtet durch neues Wohngebiet südlich der Kernstadt mehr Verkehr auf der B26

Plakate gegen die Westumgehung

Babenhausen (st) - Die Bürgerinitiative (BI) „Nowest“ geht weiter in die Offensive. Auf über einem Dutzend Transparente, die ab dem kommenden Wochenende in Babenhausen aufgehängt werden, wendet sich die BI gegen eine mögliche Realisierung der Westumgehung.

Dabei greift sie einen Satz aus den Bürgerinformationen der Stadtverwaltung zum Haushalt auf – derzeit gibt es ja politische Debatten zum neuen Etat – und meint: „Unsere Stadt – Unser Geld – Keine Westumgehung“. Für die Umgehung, die – wenn sie denn überhaupt realisiert werden sollte – werden 20 Millionen Euro an Kosten erwartet. Verlaufen soll die Trasse zwischen der Kernstadt und Sickenhofen.

„Die Babenhäuser Koalition aus SPD, FWB und FDP hat einen ersten Teil ihrer Vorstellungen für die Zukunft Babenhausens durchgesetzt, es gibt ein neues Wohnbaugebiet mitten im Gewerbeareal südlich der Kernstadt. Die Stadt würde sich nach diesen Vorstellungen dadurch endlich weiter entwickeln. Entwickeln wird sich aber hauptsächlich die Verkehrsbelastung.“ Davon sind die Mitglieder der BI überzeugt. Schon jetzt seien Staus auf der B 26 an der Tagesordnung. Ein Dämpfer müsste es da für alle politisch Verantwortlichen sein, dass die geplante Südumgehung nicht gebaut werde, weil kein Geld für die weitere Planung vorhanden ist. Wie berichtet, hatte der hessische Verkehrsminister Posch die Planung auf Eis gelegt.

Kritik der Bürgerinitiative

Kritik der BI: „Im neuen Fachbereich Standortentwicklung träumt man bereits von neuen Wohn- und Gewerbegebieten. In der ehemaligen Kaserne soll es endlich losgehen. Dass auch dieses Vorhaben ein verstärktes Verkehrsaufkommen nach sich zieht, wird ausgeklammert. Erstmal bauen wir, dann sehen wir weiter“, sei das Credo. Weiter belastet wird aus BI-Sicht dann allerdings nicht nur die derzeitige B 26, sondern auch die Nord-Süd-Verbindung auf der Bouxwiller Straße. Die Überlegung, die die BI dahinter vermutet: „Wenn wir schon keine Südumgehung bekommen, wollen wir wenigstens eine Westumgehung. Babenhausen muss ja wachsen.“

In dieses Bild passe die Äußerung von Bürgermeisterin Gabi Coutantin in einer Pressemitteilung, in der sie zum Ausdruck bringe, dass es ein Fehler der Vergangenheit gewesen wäre, die Westumgehung nicht zu bauen. Nach ihren Worten dürfe „eine mutige, in die Zukunft gerichtete Kommunalpolitik nicht auf alle Einzelinteressen eingehen, sondern müsse die Gesamtentwicklung einer Kommune im Auge behalten“. Nach Einschätzung der BI „Nowest“ gehört es aber zu „einer mutigen, in die Zukunft gerichteten Politik, die Grenzen einer quantitativen Wachstumspolitik zu akzeptieren“. Das Bauen immer neuer Straßen, die Ausweisung immer neuer Wohn- und Gewerbegebiete in einer bereits dicht besiedelten Region führe nicht zu einem Mehr, sondern einem Weniger an Lebensqualität. Mit dem Bau einer Westumgehung würde auch das kürzlich erworbene Gütesiegel „Reiterfreundliche Stadt“ in Frage gestellt. Am Beispiel Flughafen werde deutlich, dass die Menschen in der Region nicht mehr bereit seien, den Preis für die neue Landebahn zu bezahlen.

Auch in Babenhausen seien es nicht nur ein Einzelinteressen, die sich gegen eine massive Landschaftszerstörung durch eine Westumgehung wenden: „Die Lebensqualität aller Babenhäuser ist bedroht.“

Informationen zur BI gibt es unter www.nowest.de.

Rubriklistenbild: © dpa

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