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Joachim-Schumann-Schule Babenhausen erhält Gütesiegel für Angebote der Berufsorientierung

Hilfe beim Einstieg in Ausbildung

Babenhausen - Wohin nach der Schule? Ein weiterführendes Angebot besuchen? Eine Ausbildung machen? Ja, doch welche?  Von Stefan Scharkopf

Schulsozialarbeiter André Benke vor einer Ausstellung, die das Angebot der Berufsorientierung skizziert.

© Scharkopf

Schulsozialarbeiter André Benke vor einer Ausstellung, die das Angebot der Berufsorientierung skizziert.

Schulen bieten immer stärker Orientierung an, arbeiten mit Firmen und Institutionen zusammen, um ihrer Klientel eine Entscheidungshilfe zu geben, Stärken und Schwächen herauszufiltern und sie auf die Anforderungen des Berufslebens vorzubereiten.

Und für solche Bemühungen gibt es auch Auszeichnungen. So hat die Joachim-Schumann-Schule als eine von 90 Schulen in Hessen das „Gütesiegel Berufsorientierung Hessen“ erhalten. Kultusministerin Dorothea Henzler hatte die Plaketten gemeinsam mit Wirtschaftsstaatssekretär Steffen Saebisch und dem Präsidenten der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Prof. Dieter Weidemann, am Sitz der Deutschen Börse Group in Eschborn überreicht.

Seit 2008 arbeiten die hessischen Schulen mit den Bildungsgängen Haupt- und Realschule und die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen an der Umsetzung der Standards einer hessenweiten Strategie, die den etwas sperrigen Titel „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen“ (OloV) trägt. Ziel von OloV ist es, den Übergang von der Schule in den Beruf so zu gestalten, dass die jungen Menschen problemlos in eine Ausbildung vermittelt werden können, die ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht.

Mit dem Gütesiegel für vor-bildliche Berufsorientierung kann die OSB für jeden sichtbar belegen, dass sie die Standards von OloV in besonders herausragender Weise erfüllt und die nächsten drei Jahre damit werben.

Ausbildungsabbrüche reduzieren

„Die Siegelschulen sind Leuchttürme in der bundesweit einzigartigen OLoV-Landschaft und damit Vorbild für andere Schulen“, sagte Prof. Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) bei der Preisverleihung. Eine intensive Berufsorientierung in der Schule helfe den Jugendlichen, den richtigen Beruf zu finden und Ausbildungsabbrüche zu reduzieren. Dies komme in erster Linie den Schülern, aber auch den Unternehmen zugute.

Das Zertifizierungsverfahren wurde im Schuljahr 2010/11 erstmalig ausgeschrieben. Die OSB wurde Ende August von sogenannten Auditoren besucht. Die haben mit Lehrern und Schülern gesprochen und sich über die Angebote an der OSB informiert, wie Schulsozialarbeiter André Benke gestern bei einem Pressegespräch erläuterte. Außer ihm selbst waren Barbara Meuer (Schulzweigleiterin) und Klaus Pullmann (OloV-Beauftragter) am Gelingen der Überprüfung beteiligt, aber auch Klassen- und Projektlehrer und die Kooperationspartner der OSB. So geht ein Dank Benkes an Wolfgang Michel (Continental), Manuela Christiansen (Agentur für Arbeit), Günther Eckert (Pate für Ausbildung), Ina Hildwein (Jugendförderung der Stadt) und Simone Weiser (Jugendförderung des Landkreises), die am Tag der Prüfung Rede und Antwort standen.

Laufbahnberatung, Praxistage und Praktika

Die OSB hat eine ganze Fülle von Angeboten zur Berufsorientierung. Dazu gehören unter anderem Wahlpflichtunterricht (etwa Schüler kochen für Schüler), Projektunterricht (ganztags) oder die Etablierung einer Schülerfirma, bei der eine Geschäftsidee entwickelt und danach so agiert wird, wie in einem realen Unternehmen. Es gibt ein Kompetenzfestlegungsverfahren für das achte Schuljahr mit handwerklich-motorischen Eignungstests und einen Berufparcours für das siebte Schuljahr. Ferner werden Projekttage angeboten, bei denen es um Bewerbungsgespräche geht, Laufbahnberatung, Praxistage und Praktika. Hier spielen auch die Ausbildungspaten eine Rolle. Im ganzen Landkreis und darüber hinaus ist natürlich die Job-Info-Börse bekannt, bei der sich immer um die 50 Firmen an der OSB vorstellen.

„Wir konnten bei der Überprüfung unsere Stärken gut ausspielen und haben auch gesehen, wo wir uns noch weiterentwickeln können“, zieht Andre Benke ein rundum positives Fazit.

Mit dem Gütesiegel wurde auch die Eduard-Flanagan-Schule ausgezeichnet.

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