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Wahrzeichen der Stadt Babenhausen verkauft

Imposanter Wasserturm hat neuen Besitzer

Babenhausen - Ein Wahrzeichen der Stadt ist verkauft. Für den symbolischen Preis von einem Euro ging der Wasserturm in den Besitz eines Babenhäuser Unternehmers über. Bereits zu Beginn des Jahres wurde die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Von Stefan Scharkopf

© Scharkopf

Wenn das Wetter es mitmacht, sollen so schnell wie möglich, wie der neue Besitzer sagt, die Außenarbeiten an dem altehrwürdigen Wasserturm beginnen.

Die Betriebskommission des Eigenbetriebs Kommunale Dienstleistungen hat dem Verkauf zugestimmt.

Wie der Unternehmer, der ungenannt bleiben möchte, auf Anfrage unserer Zeitung sagte, soll am Turm, wenn es die Witterung zulässt, „so schnell wie möglich“ gearbeitet werden: Ein neuer Putz wird aufgetragen, einen Anstrich im jetzigen Farbton und neue Fenster soll es geben. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wird darüber nachgedacht, wie der Tum von außen zugänglich gemacht werden kann. Ob es etwa möglich ist, wegen des Torbogens einen Aufzug außen anzubringen und diesen über der Höhe des Bogens im Inneren fortzuführen, oder ob es Alternativen dazu gibt, wird überlegt. Der Turm soll dann vermietet werden. Gedacht ist an Künstler oder eine Werbe-Agentur.

Vor rund zwei Jahren wurde der einst Trinkwasser lagernde, heute aber an vielen Ecken bröckelnde Turm in der Bürgermeister-Rühl-Straße eingerüstet. Die Absperrung war notwendig geworden, um die akute Gefährdung von Fußgängern und Autos durch herabfallende Putzteile auszuschließen. Der nächste Schritt war die Einhausung des Gebäudes, die Straße war für ein paar Wochen für den Verkehr gesperrt.

Schützenswertes Industriedenkmal

Das Bauwerk gilt als schützenswertes Industriedenkmal, deshalb muss die weitere Nutzung mit den behördlichen Auflagen im Einklang verlaufen, so dass sich an der Außenansicht kaum etwas verändern wird und der Stadt ihr Wahrzeichen erhalten bleibt.

Um das Grundstück des Turmes herum gibt es auch einige Quadratmeter Fläche, die verkauft werden könnten, zum Beispiel für Parkplätze, wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin auf Anfrage sagte. Das Gebäude selbst befand sich bislang im Besitz der Eigenbetriebe, die Fläche drumherum gehört jedoch der Stadt. Derzeit stelle sich die Frage nach einem Verkauf der Parzellen aber nicht.

Den Verkauf des Turms hatte die Betriebskommission bereits im Juli 2010 beschlossen. Die „Bürger für Babenhausen“ hatten zuvor im März beantragt, dass das Gebäude für einen symbolischen Preis verkauft wird. Der neue Besitzer müsste dann die Renovierungskosten tragen. Diese wurden seinerzeit auf rund 350 .000 Euro geschätzt. Zu teuer für die Stadt in Zeiten eines Haushaltsdefizits und „einem aufgelaufenen Sanierungsstau in fast allen städtischen Immobilien“, wie Coutandin damals sagte.

Besitzer übernimmt Kosten für Renovierung

Der Wasserturm wurde 1928 errichtet, im damals typischen Bauhausstil. Dies und seine das Stadtbild prägende Silhouette sowie seine „wissenschaftliche Bedeutung für die Architekturgeschichte“ sind die Gründe für seine Einstufung als schützenswertes Kulturdenkmal. Errichtet hat man den Turm, um den Wasserdruck mit einem Hochspeicher für die zentrale Wasserversorgung in Babenhausen zu erhöhen. Ein halbes Jahr Bauzeit war nötig, um das 31 Meter hohe und zehn Meter breite Gebäude zu errichten; die Kosten dafür betrugen 300. 000 Reichsmark.

Seit den 1970-er Jahren wurde es durch den Anschluss an das Gruppenwasserwerk in Hergershausen nicht mehr benötigt. Jetzt kann der Turm aus seinem Dornröschenschlaf erwachen.

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