Frankfurt - Fast jeder Flugpassagier hat’s irgendwann mal erlebt. Es muffelt an Bord, der Geruch nach Öl oder Kerosin macht sich vor allem kurz nach Start der Triebwerke bemerkbar. Ein paar Minuten später ist der Gestank dann oft weg. War da was? Von Peter Schulte-Holtey

© dpa
Wie groß ist die Gefahr? Bei der Lufthansa sind Zwischenfälle mit Kabinendämpfen nach eigenen Angaben äußerst selten. Lediglich beim Airbus A340-600 mit dem Triebwerk Trent 500 bestand demnach zeitweilig ein technischer Fehler, der behoben worden sei.
Und viele fragen sich: Steckt hinter dem Geruch nun ein Gesundheitsskandal in der zivilen Luftfahrt oder bloß ein harmloses Hirngespinst einiger aufgeschreckter Gesundheitsapostel?
Aufgeschreckt hatten zuletzt Recherchen des ARD-Magazins „Plusminus“. Reporter berichteten über den Verdacht, dass aufgrund eines Konstruktionsfehlers („bleed air“/Zapfluft) hochgiftige Stoffe in die Kabinenluft von Passagiermaschinen gelangen könnten. „Bei allen modernen Flugzeugen wird die Atemluft am Triebwerk abgezapft und in die Kabine geleitet - ohne irgendeine Filterung“, so die TV-Reporter: Auf diesem Weg könnten auch erhitzte Öldämpfe in die Atemluft gelangen, es gehe um giftigen Chemikalien. Die große Schwierigkeit: Eine wirksame Filterung der „bleed air“ ist noch nicht möglich.
UFO-Expertin Roselieb ist sauer: „Die Crews werden nicht geschult, einen Fume Event - also einen Dampfvorfall - zu erkennen und darauf zu reagieren. Bisher entscheidet darüber, ob ein Zwischenfall erkannt wird, allein der Geruchsinn von Flugbegleitern und Piloten sowie eventuell von Passagieren. Erschwerend ist dabei, dass die betroffenen Crews - z. B. der Boeing 757-300 - den charakteristischen Geruch inzwischen als normal empfinden.“ Auch die Pilotenvereinigung Cockpit sieht das Problem der kontaminierten Kabinenluft laut Medienangaben mit großer Sorge. Anfang Januar habe der Berufsverband der europäischen Agentur für Flugsicherheit eine mehrseitige Stellungnahme zugeleitet und Maßnahmen verlangt, u.a. die Installation von Sensoren, welche die Piloten bei Kontaminationsereignissen warnen, sowie den Einsatz von effizienten Filtern.
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