Offenbach - Besonders dreist treibt es die „VABA AG“: „Ihr Vertrauen ist unserem Ministerium wichtig und so haben wir zur Kontrolle Ihre Bestellung noch einmal aufgelistet.“ Es folgt eine Auftragsbestätigung über die Teilnahme an bis zu 6000 Gewinnspielen und alle Vorteile zum „Aktionspreis“ von 29,90 Euro. Von Ralf Enders

© Meier
Post von „Vision Bill“ - nicht immer hat der Adressat auch die Dienste der Firma in Anspruch genommen.
Unterschrieben vom „VABA AG-Minister für bundesweite Preisausschreiben“, Alexander von Almer. Abbuchung für die ersten vier Monate Teilnahme am Produkt „Deutschland - du gewinnst!“ inkl. Versandkosten: 124,59 Euro.
Das „ministerielle“ Schreiben des Schweizer Dienstleistungsunternehmens an eine Frau in Hessen ist eines von zahllosen, mit denen sich die Verbraucherzentrale beschäftigt. Derzeit werden die Briefkästen wieder überschwemmt mit solcherlei Post. Bei einer anderen Masche umgarnen dreiste Abzocker die arglosen Kunden mit blumigen Worten: „Gewinnübergabe in einer nahegelegenen Zweigstelle“, „staatlich garantierter Gewinn“ oder „Ihr persönlicher Aufschwung“. Am Telefon hören sich die vollmundigen Versprechen nicht viel anders an. Peter Lassek von der Verbraucherberatung Hessen: „Es sollen Kunden für windige Verkaufsveranstaltungen geködert werden, auf denen dann mit dem Verkauf überteuerter Ware - oft Nahrungsergänzungsmittel oder Magnetfeldprodukte - kräftig abkassiert wird.“
Nicht alle sind so stand- und wehrhaft wie Frau H. Wer bei Google mit den Stichworten „Vision Bill“, „Betrug“ oder „Abzocke“ sucht, findet hunderttausende von Einträgen. Das Unternehmen bietet Pauschalen unter anderem für Erotik-Hotlines. Aus Scham, jemand im Haus könnte ja doch angerufen haben, zahlen offenbar viele lieber als sich zu wehren.
Pech hatte „Vision Bill“ jedoch mit einer Rechnung über 64,80 Euro, ähnlich denen, die H. erhalten hat. Der Empfänger wollte einfach nicht bezahlen. Wer´s war? Die Verbraucherzentrale Hessen.
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