Offenbach ‐ Die Zukunft des Klinikums Offenbach ist immer noch ungeklärt. Mit Georg Schulze-Ziehaus, Krankenhausexperte und Landesfachbereichsleiter Gesundheit bei der Gewerkschaft Verdi, sprach unser Redaktionsmitglied Peter Schulte-Holtey.

© op-online
Georg Schulze-Ziehaus von Verdi.
Wie wichtig ist der Verbund der HSK-Krankenhäuser in Wiesbaden mit dem Klinikum Offenbach. Steht die Existenz der Kliniken auf dem Spiel?
Also eine riesige Chance?
Können Sie den Umfang der Zugeständnisse der Mitarbeiter beziffern?
In Offenbach sind die Beschäftigten seit 2004 mit einem Sanierungstarifvertrag an der Restrukturierung ihrer Klinik beteiligt. Der Sanierungstarifvertrag hat ein Gesamtvolumen von etwa 3,5 Millionen Euro pro Jahr und endet am 31. Dezember dieses Jahres.
Kühlt sich das Klima zwischen Geschäftsführung und Verdi ab?
Im Klinikum Offenbach prüfen wir derzeit intensiv, warum es auch nach sechs Sanierungsjahren nicht wirtschaftlich gesünder geworden ist, sondern die Probleme eher größer geworden sind. Wenn die Geschäftsführung die Misere auf die Tariferhöhungen der Beschäftigten zurückführen will, ist das blühender Unsinn: Es gibt viele kommunale Kliniken, die Tariflöhne zahlen, in denen keine Sanierungstarifverträge gelten und die trotzdem schwarze Zahlen schreiben. Die wirtschaftlichen Probleme des Offenbacher Klinikums sind weder mit der Entlassung von 8o Beschäftigten zu lösen noch wären sie vom Tisch, wenn die Beschäftigten auf jede Lohnerhöhung der vergangenen sechs Jahre verzichtet hätten. Das sagen wir auch dem Geschäftsführer des Klinikums immer wieder in freundschaftlicher Offenheit. Wenn es in den Tarifverhandlungen keine akzeptable Lösung am Verhandlungstisch gibt, werden wir selbstverständlich auch die Beschäftigten des Klinikums zum Streik aufrufen. Wenn Herr Schmidt das verhindern will, kann er als Mitglied der Verhandlungskommission der kommunalen Arbeitgeber in den aktuellen Tarifverhandlungen dazu seinen Beitrag am Verhandlungstisch leisten. Warnungen vor Streiks sind da Fehl am Platz.
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