Im Mordprozess gegen ihren Ex-Schwager, der ihre Familie getötet haben soll, hat Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson ihre Abneigung gegen den Mann beschrieben. „Ich wollte nie da sein, wo er ist“, sagte die 30-Jährige beim Prozessauftakt am Montag in Chicago. Er habe ihrer Schwester mit der Ermordung ihrer Familie gedroht. Schluchzend beschrieb die Schauspielerin zudem, wie nahe sie ihrer Mutter gestanden hatte. Bis zu der Bluttat habe sie jeden Vormittag mit ihr SMS-Nachrichten ausgetauscht und täglich mit ihr telefoniert, sagte die 30-Jährige, die ganz in Schwarz vor Gericht erschienen war. Selbst als Jugendliche habe sie noch im Bett ihrer Mutter geschlafen.
„Wenn Du mich verlässt, töte ich dich“
Laut Anklage hat Balfour jedoch seine damalige Frau immer wieder bedroht, zitierte die „Chicago Tribune“ aus der Anklageschrift. „Wenn Du mich verlässt, töte ich dich“, soll der Angeklagte gesagt haben.
Auch Jennifer Hudson schilderte vor Gericht, Balfour habe ihre Schwester Julia schlecht behandelt und oft bedroht. Die Familie sei von Anfang an gegen die Ehe gewesen: „Niemand von uns wollte, dass sie ihn heiratet.“ Deshalb habe ihre Schwester die Heirat zunächst geheim gehalten, sie habe erst zwei Monate später durch Zufall davon erfahren. Hudsons 57 Jahre alte Mutter Darnell war 2008 als erste in ihrem Haus erschossen worden. Unmittelbar danach hatte der Täter ihrem Sohn, Hudsons Bruder Jason (29), mit einer schweren Pistole vom Kaliber 45 zweimal in den Kopf geschossen. Der kleine Julian, ein Kind aus einer anderen Beziehung der Schwester, war zunächst entführt worden. Die Leiche des Siebenjährigen war drei Tage später mit einem Kopfschuss in einem abgestellten Auto entdeckt worden.
Sein Motiv soll Eifersucht auf einen neuen Freund der Ex-Frau sein
Jennifer Hudson und ihre Schwester Julia waren am Tattag nicht zu Hause gewesen - und entgingen damit dem Mörder. Der Angeklagte lebte damals bereits seit längerem von seiner Frau getrennt.
Sein Motiv für die Tat soll Eifersucht auf einen neuen Freund der Ex-Frau sein. Zeugen gibt es nicht, auch Fingerabdrücke oder DNA-Spuren nicht. Es wird ein reiner Indizienprozess werden.
dpa












