Superbanner

Archäologen haben in der Pfalz Hinweise auf Kannibalismus in der Jungsteinzeit gefunden

Archäologen: Kannibalismus in der Pfalz

007.12.09|Deutschland|Deutschland|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Archäologen: Kannibalismus in der Pfalz

Herxheim - Archäologen haben in der Pfalz Hinweise auf massenhaften Kannibalismus in der Jungsteinzeit gefunden. Nun diskutieren Wissenschaftler über die Bedeutung der Knochenfunde.

© dpa

Skelettreste liegen im sogenannten Doppelgraben in Herxheim (undatiertes Archivfoto). Archäologen werten Spuren in einem 7000 Jahre alten Grab im pfälzischen Herxheim als Zeichen von Massenkannibalismus.

Wissenschaftler entdeckten bei Herxheim die sterblichen Überreste von Hunderten Menschen, wie die Fachzeitschriften “Antiquity“ und “Science News“ berichteten. Die Betroffenen seien vor etwa 7.000 Jahren möglicherweise rituell geopfert und anschließend aufgegessen worden.

Wie die rheinland-pfälzische Archäologin Andrea Zeeb-Lanz sagte, deuten Schnittspuren darauf hin, dass die Opfer nach ihrer Tötung wie Schlachtvieh zerlegt wurden. Das Fleisch sei sorgfältig von den Knochen entfernt, die Knochen anschließend zertrümmert worden, um das Mark zu entfernen.

Zeeb-Lanz geht von einer hochkomplexen Zeremonie aus, bei der Kannibalismus eine Rolle gespielt haben könnte. Allerdings sei auch nicht auszuschließen, dass die Betroffenen aus rein rituellen Gründen getötet und ihre sterblichen Überreste zertrümmert wurden, erklärte Zeeb-Lanz. Ein hieb- und stichfester Beweis für eine der beiden Thesen lasse sich nicht führen.

Der französische Archäologe Bruno Boulestin vermutet nach Angaben von “Science News“, dass es sich bei den geopferten Menschen um Sklaven, Kriegsgefangene und andere Unfreie handelte. Die zertrümmerten Knochen wurden nach Angaben der Archäologen in verschiedenen Gruben verscharrt.

Da diese Praxis nur wenige Jahrzehnte andauerte, schließt Boulestin auf eine soziale und politische Krise, die sich in einer Welle der Gewalt entlud. Die These vom Kannibalismus in der steinzeitlichen Pfalz ist unter Wissenschaftlern umstritten. Nach Angaben von “Science News“ sind die deutschen Archäologen Miriam Haidle und Jörg Orschiedt der Auffassung, dass die Herxheimer Funde ausschließlich Ergebnis einer rituellen Bestattungspraxis sind.

Dass bei den menschlichen Überresten oft Unterkiefer und Schädelbasis fehlten, verweise auf ein besonderes Begräbnisritual und habe nichts mit Kannibalismus zu tun.

AP

zurück zur Übersicht: Deutschland

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...

Kommentare

Newsletter kostenlos bestellen

Facebook 'Like' wird geladen... Inhalt wird geladen - Downloadanzeige

standardfalse280like
49.146026,8.214077

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Aktuelle Fotogalerien

Bilder vom Trauermarsch für Chantal (11)

03.02.12|Deutschland|0

weitere Fotogalerien:

Artikel lizenziert durch © op-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.op-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper