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Nachmittagsbetreuung für die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Dietzenbach: Abgespeckter Neubau eine Illusion

Abgespeckter Neubau eine Illusion

Dietzenbach - Eben beschlossen und schon wieder überholt. Für die Dietrich-Bonhoeffer-Schule geht das bange Warten weiter. Denn ob jemals ein Neubau für die Nachmittagsbetreuung gebaut wird, steht trotz der jüngsten Parlamentsentscheidungen in den Sternen. Von Christoph Zöllner

Nachdem der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung entschieden hatte, sich nicht mehr mit dem bis dahin üblichen Drittel an den Kosten zu beteiligen (wir berichteten), versuchte es das Bündnis aus SPD, WIR-BfD und GDL mit einem Prüfantrag. So soll der Magistrat eine alternative Planung vorlegen, wie an der Grundschule in der Altstadt eine Cafeteria und zusätzliche Betreuungsräume für maximal eine Million Euro errichtet werden können. Das Stadtparlament hatte im vergangenen Jahr beschlossen, 1,5 Millionen Euro zu investieren – allerdings in dem Glauben, dass der Kreis ein Drittel zuschießt.

Wie aus einer inzwischen beantworteten Anfrage beim Fachdienst Schule des Kreises Offenbach hervorgeht, ist die vom Bündnis gedeckelte Summe von einer Million Euro nicht erreichbar. So gehen die Fachleute zwar erfahrungsgemäß davon aus, dass ein Neubau 1,1 Millionen Euro kostet. Hinzu kämen allerdings laut Erstem Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) noch „Begleitkosten“ in Höhe von 350.000 Euro für den Abbruch der Pavillons, die Innenausstattung, die Außenanlagen sowie mögliche Ausweichquartiere. Womit besagte 1,5 Millionen Euro fast erreicht wären...

Kleinerer Betreuungsanbau

Einen kleineren Betreuungsanbau schließt der Kreis aus und verweist auf entsprechende Richtlinien für ganztägig arbeitende Schulen. Die bisherigen Pläne entsprächen allenfalls der „Mindestausstattung an Räumlichkeiten und auch das nur gerade mal so“. Das Grundstück in der Altstadt lasse auch keinen Bau in mehreren Stufen zu, da keine großen Freiflächen zur Verfügung stünden: „Ein zu kleines Gebäude würde einem späteren Ausbau im Wege stehen“, zitiert Kolmer aus der Antwort des Kreises.

Und was wäre, wenn die Stadt ein oder zwei Container in den Schulhof stellt? Dem Kreis zufolge gibt es auf dem Markt verschiedene Anbieter, die in einfacher Modulbauweise auch Fachräume, Küchen und Ähnliches anbieten. „Für eine detaillierte Grundlagen- und Kostenermittlung wäre ein Architekturbüro zu beauftragen“, so Kolmer. Aber auch hier kämen „Begleitkosten“ dazu.

Die vom Bündnis geforderte Prüfung, ob an der Bonhoeffer-Schule noch Hortplätze geschaffen werden könnten, damit die Stadt weitere Kapazitäten für die Betreuung Unterdreijähriger gewinnt, läuft ebenfalls ins Leere. Denn Horträume seien „sowohl aufgrund der geringen Grundstücksgröße als auch aus organisatorischen Gründen nicht möglich“.

Noch kein Anbau für Nachmittagsbetreuung

Die Bonhoeffer-Schule ist die einzige von fünf Grundschulen in Dietzenbach, die über keinen Anbau für Nachmittagsbetreuung verfügt. Die Frage ist nun, ob die Abgeordneten die Mehrkosten für die Stadt genehmigen. Hierfür wäre ein neuer Beschluss erforderlich. Immer in der Hoffnung, am St. Nimmerleinstag – wenn es dem Kreis finanziell wieder besser gehen sollte – doch noch einen Zuschuss zu erhalten.

Das Parlament hat bei der Verabschiedung des Haushalts 2012 schon einmal vorgebaut. Sollte es sich zum Bau durchringen, könnten zur eingeplanten Million noch zusätzlich 500.000 Euro abgerufen werden, die mit einem Sperrvermerk versehen wurden. Ein entsprechender CDU-Antrag wurde einstimmig gebilligt.

Kolmer würde den Bau begrüßen, da „viele Kinder aus bildungsfernen Schichten die Schule besuchen“. Grundsätzlich gelte: „Je besser wir die Kinder schulen, desto mehr Aussichten haben sie später auf dem Arbeitsmarkt.“ Dies sei nicht nur ein Beitrag für die Integration, sondern auch eine Reaktion auf die demografische Entwicklung, meint Kolmer.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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