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Notizbuch der Woche

Kommentar: Allen, außer Schlämmer

622.08.09|Dietzenbach|Dietzenbach|
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Artikel: Kommentar: Allen, außer Schlämmer

Dietzenbach - Falls es irgendjemanden interessiert: Isch kandidiere nisch. Weder als Bürgermeisterin, noch auf höherer Ebene, schließlich stehen in Dietzenbach ja gleich drei Wahlen auf der Tagesordnung, am Sonntag, 27. September. Von Nina Beck

Dass man das Datum der Bundestagswahl nicht oft genug öffentlich kundtun kann, mussten wir zum Ende der Woche aus einer Forsa-Umfrage lernen: Fast die Hälfte aller Wahlberechtigten in Deutschland, heißt es da, konnte den Termin für die Bundestagswahl nicht nennen... Ob es beim Starttermin der Horst Schlämmerschen Kinopremiere ebenso viele gewesen wären? Und was fangen wir mit der Information an, dass 18 Prozent der Befragten sich vorstellen könnten, den stellvertretenden Chefredakteur aus Grevenbroich zum Kanzler zu wählen? Klar, alles nur Spaß?! Apropos: Gab‘s da nicht schon mal jemanden, der die Zahl 18 auf den Lippen (und der Schuhsohle) trug? Hat ja dann wohl nicht ganz geklappt... „Dass 18 Prozent der Deutschen Sie angeblich wählen würden“, lesen wir online in einem offenen Brief Hajo Schumachers an Horst Schlämmer, „beweist nicht Ihre Großartigkeit als Komiker, sondern nur, dass etwa einer von fünf Landsleuten schlichtweg einen an der Waffel hat, wie Sie es ausdrücken würden.“ Gut gekräht, finden wir. Natürlich, jetzt kann man wieder damit kommen, die Deutschen nähmen immer alles so bierernst. Es steckt doch viel Satire in der Politik, viel Politik in der Satire. Aber lachen kann man auf vielerlei Weise, und im Idealfall, denken wir, sollte es sowohl in der Satire als auch in der Politik um Inhalte gehen. Zahlreiche Kabarettisten haben bewiesen, dass das hervorragend geht. Euphemistisch als Schnappatmung bezeichnetes Grunzen gehört da jedenfalls nicht dazu. Zugegeben, Hape Kerkeling kann schon lustig sein. Schlämmer ist es nicht. Deswegen gebührt allen, die kandidieren, die Verantwortung übernehmen, ob nun in Dietzenbach, dem Landkreis oder auf Bundesebene mein Respekt – bis auf Horst.

Rubriklistenbild: © op-online

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