„Antifa“ beim Ausländerbeirat
018.11.09|Dietzenbach|Facebook
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Dietzenbach (mic) ‐ Nicht ganz störungsfrei verlief die Sitzung des Kreisausländerbeirats am Montagabend im Dietzenbacher Kreishaus.

© Georg
Gegen die Abschiebung von Migranten in ihre Herkunftsländer und gegen die vom Kreis Offenbach ins Leben gerufene „AG Wohlfahrt“ hatte sich bereits Protest in der Offenbacher Innenstadt gerichtet.
Etwa 15 „Antifa“-Aktivisten, die der Ausländerpolitik von Landrat Peter Walter (CDU) kritisch gegenüberstehen, forderten den Vorsitzenden des Gremiums, Corrado di Benedetto, auf, sich gegen die „AG Wohlfahrt“ zu positionieren. Die Arbeitsgruppe, die von Polizei und Kreis betrieben wird, richtet sich gegen Migranten, die mit falschen Papieren zu Unrecht Sozialhilfe kassieren. Di Benedetto hatte sich von der „AG Wohlfahrt“ distanziert und deren Auflösung gefordert. Insgesamt aber bescheinigt er dem Kreis Offenbach eine ernsthafte Integrationspolitik. Er erklärte gestern, die Antifa habe bereits im Oktober sein Angebot zurückgewiesen, einen Vertreter für eine Diskussion in den Beirat zu entsenden.
Man dulde und unterstütze „rassistische Ermittlungsgruppe“
Die „Antirassisten“ wiederum werfen dem Ausländerbeirat „heuchlerisches“ Verhalten vor. Man dulde und unterstütze eine „rassistische Ermittlungsgruppe“. Auf einen offenen Brief habe der Vorsitzende nicht reagiert. Bei dem Besuch der Beiratssitzung wollte man seine Stellungnahme einfordern.
Wie Klaus-Peter Daube, Leiter der Polizeidienststelle Dietzenbach, der mit vier Beamten die Sitzung verfolgte, berichtete, kam es nicht zum verbalen Showdown. Di Benedetto, der keinen Brief erhalten haben will, wies die Antifa-Vertreter darauf hin, dass sie als Zuschauer bei der Beiratssitzung kein Rederecht besäßen, was diese mit Protest quittierten. Es folgte eine Unterbrechung der Sitzung. Zuvor hatte di Benedetto auf sein Hausrecht hingewiesen, als die Besucher auf einer Diskussion beharrten. Danach ging die Antifa-Gruppe. Daube berichtete, es habe zwar provozierende Zwischenrufe und kleinere Störungen gegeben - insgesamt aber hätten die jungen Leute sich korrekt verhalten.
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