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Feuerwehr verlebt relativ ruhigen Jahreswechsel. 352 Einsätze in 2010

Balkonbrand und Blumenkübel

Dietzenbach ‐ Dieser Jahreswechsel wird als einer der ruhigeren in die Annalen der Freiwilligen Feuerwehr eingehen. Wie üblich, hatte der harte Kern das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden und die Silvesternacht auf der Feuerwache verbracht. Von Christoph Zöllner

Feuerwehr Jahreswechsel 352 Einsätze 2010

© Feuerwehr

Dank der Drehleiter hatte der Brand im Aschaffenburger Weg keine Chance. Die Feuerwehr belüftete die Wohnung und gab die Bewohnerin, die unter Schock stand, in die Obhut des Rettungsdienstes.

22 Männer und Frauen waren es diesmal, die zusammen mit Stadtbrand inspektor Matthias Marx auf ein gutes neues Jahr anstießen und allzeit bereit waren, bei Alarm auszurücken. Spektakulärster Einsatz war am Silvesterabend gegen 21.15  Uhr ein brennender Balkon im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses am Aschaffenburger Weg. Den Ermittlungen der Polizei zufolge könnte ein Feuerwerkskörper die Ursache hierfür gewesen sein. Durch die zerborstene Balkontür drang Rauch in die Wohnung, wodurch die 73-jährige Bewohnerin aus dem Schlaf geweckt wurde. Sie erlitt einen Schock.

Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, an dem Haus entstand ein Sachschaden von rund 20 000 Euro. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter z  069 /  80 98 12 34 entgegen.

Noch während des Einsatzes im Aschaffenburger Weg ereignete sich in der Rodgaustraße ein Verkehrsunfall, bei dem die Hilfe der Feuerwehr benötigt wurde, um mehrere Beton-Blumenkübel auf ihren ursprünglichen Platz zurückzustellen. Dies war der 352. und gleichzeitig letzte Einsatz der Brandschützer im alten Jahr, berichtete Pressesprecher Jens Alix.

Helfer zogen positive Bilanz

Der erste Alarm im neuen Jahr kam um 0.26 Uhr. In der Talstraße wurde eine Rauchentwicklung aus dem Motorraum eines Pkw gemeldet – offenbar durch einen Feuerwerkskörper verursacht, der unterm Fahrzeug gelandet war. Indes gelang es einigen Anwohnern, den Brand zu löschen, bevor die Feuerwehr eintraf. Gegen 22.50 Uhr dann der letzte Einsatz am Neujahrstag: Anwohner meldeten im Wertheimer Weg Rauch aus einer verschlossenen Wohnung. Da auf mehrmaliges Klingeln und Klopfen niemand reagierte, öffneten die Einsatzkräfte die Wohnungstür mit Gewalt. Unmittelbar danach kamen die Bewohner zum Vorschein. Die Feuerwehr kontrollierte die Wohnung, konnte aber kein offenes Feuer entdecken.

Unterm Strich zogen die Helfer eine positive Bilanz, zumal es in diesem Jahr zu keinen Übergriffen gegen die Feuerwehr kam, „so dass Mannschaft und Fahrzeuge unversehrt zurückkehren konnten“, freute sich Alix. Schon im vergangenen Jahr war Silvester relativ ruhig verlaufen, nachdem Jugendliche in der Neujahrsnacht 2009 im Spessartviertel mit Feuerwerksraketen gezielt in Richtung der Einsatzkräfte geschossen hatten.

In der Leitstelle des Kreises Offenbach in Dietzenbach, wo alle Notrufe 112 eingehen, waren rund um die Uhr drei Sachbearbeiter im Dienst, die alle über eine Doppelausbildung zur Feuerwehrführungskraft und zum Rettungssanitäter verfügen. Zum Jahreswechsel wurden mehr als 160 Notfälle bearbeitet. Meist ging es um Verletzungen durch  Feuerwerkskörper, aber auch die Folgen von Stürzen oder die Auswirkungen von übermäßigem Alkoholgenuss. Außerdem mussten drei Frauen in Kliniken gefahren werden, weil die Geburtswehen eingesetzt hatten, teilte Günter Fenchel vom Kreisfeuerwehrverband mit.

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