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Mehr als ein Jahr nach der Zusage sollen Khateebs aus Dietzenbach nun ihre Reiseausweise erhalten

Bleiberecht wird greifbar

Dietzenbach - Das lange Warten hat ein Ende, so könnte dieser Artikel beginnen. Mehr als ein Jahr nach der Zusage soll die Dietzenbacher Familie Khateeb ihre Reiseausweise erhalten. Von Nina Beck

© Barbara Scholze

Familie Khateeb aus Dietzenbach.

Nachdem der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) im Oktober 2010 bekannt gegeben hatte, dass die Dietzenbacher Familie Khateeb aus humanitären Gründen ein Aufenthaltsrecht erhalten solle, ist Mutter Najah und ihren sieben Kindern nun mitgeteilt worden, dass sie Mitte kommender Woche ihre Reiseausweise erhalten.

Bisher galt die Familie trotz der Verfügung des Innenministers weiterhin nur als „geduldet“: Kein Familienmitglied durfte ohne Genehmigung eine Arbeit annehmen oder das Kreisgebiet verlassen, und zum Lebensunterhalt erhielten die Khateebs weiterhin Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die deutlich unter den Hartz-IV-Sätzen liegen. Und auch wenn das lange Warten seit Bekanntgabe des Bleiberechts bis zur tatsächlichen Erlangung dieses Status’ nun bald ein Ende haben wird: Das Warten an sich bleibt ein beharrlicher Begleiter der palästinensischen Familie, die bereits seit 20 Jahren in Dietzenbach lebt.

Genehmigung auf ein Jahr befristet

Denn die Aufenthaltsgenehmigung für Najah Khateeb und ihre Kinder wird zunächst auf ein Jahr befristet und mit Auflagen verbunden sein, wie Gerd Wendtland, Vorsitzender des Vereins „Zusammenleben der Kulturen“, mitteilt. Wie berichtet, hatte die Ausländerbehörde des Kreises auch nach dem Bescheid aus Wiesbaden weiterhin verlangt, dass die Familie, der das UN-Flüchtlingswerk offiziell bescheinigt, palästinensische Flüchtlinge zu sein, noch einmal zur Botschaft nach Berlin fährt, um dort jordanische Pässe zu erhalten. „Die haben sie aber nicht ausgestellt bekommen“, so Wendtland. Ebenso wenig, wie bei einem früheren Anlauf vor nunmehr dreieinhalb Jahren.

Ungeachtet dessen sollen es die Khateebs nun aber noch ein weiteres Mal versuchen. Für Wendtland riecht das nach Schikane: „Wann wollen die zuständigen deutschen Behörden endlich akzeptieren, dass es sich bei den Khateebs um palästinensische Flüchtlinge und nicht um jordanische Staatsbürger handelt?“ fragt er. Weiterhin in Geduld üben müssen sich die Khateebs zudem, was ihr Familienoberhaupt, Vater Majed, anbelangt, der bereits 2007 nach Jordanien abgeschoben worden war. Nach wie vor lebe er „unter ziemlich unwürdigen Verhältnissen getrennt von seiner Familie in einem Flüchtlingslager“, so Wendtland. Nun, mit dem geänderten Aufenthaltsstatus der Familie, sieht der Verein „Zusammenleben“ zumindest bessere Voraussetzungen für eine möglichst baldige Rückkehr nach Deutschland.

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