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Viel Freude und völlig stressfrei

Dietzenbach - Freie Stellen gibt es zuhauf, die Bewerber stehen parat, und die Vorstellungsgespräche laufen ganz ohne Verhandlungen über finanzielle Entlohnung: Seit nunmehr 142 Tagen ist die Dietzenbacher Ehrenamtsbörse (E-Börse) am Start. Von Barbara Scholze

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Nach einem Stadtverordnetenbeschluss sollen sich dort „Bürger ihren Fähigkeiten und persönlichen Beziehungen entsprechend um eine ehrenamtliche Tätigkeit bewerben, beziehungsweise ihre ehrenamtlichen Dienste anbieten können“.

Was auf dem Papier ein bisschen sperrig klingt, hat in der Praxis ziemlich eingeschlagen: Bereits 15 Interessierte haben fest eine Aufgabe bei unterschiedlichen Institutionen übernommen, fast 30 sich für ein Ehrenamt registrieren lassen. Auf der anderen Seite stehen ebenso viele Vereine und Einrichtungen, die Mitstreiter suchen.

„Die Arbeit bei der E-Börse macht viel Freude und ist völlig stressfrei“, sagt Günther Weller. Es sei toll, mit Menschen zusammenzutreffen, die „positiv denken und etwas für ihre Stadt tun wollen“. Seit Oktober versucht der ehemalige FWG-Fraktionsvorsitzende in Dietzenbach ein Netzwerk der Bürgerbeteiligung zu knüpfen. Natürlich ehrenamtlich, einen Job suche er nicht mehr, betont der Ruheständler.

„Ein Anknüpfungspunkt bei der Verwaltung ist absolut notwendig“

Ihm zur Seite steht mit fachlichem Rat und viel Erfahrung die städtische Beauftragte für Vereinswesen und das Ehrenamt, Karin Winkler-Deneberger. „Ein Anknüpfungspunkt bei der Verwaltung ist absolut notwendig“, betont Weller. Die gute und verlässliche Erreichbarkeit von Ansprechpartnern sei schließlich eine der Grundvoraussetzungen, sollen sich Bürger für freiwillige Aufgaben melden.

So, wie etwa der amerikanische Staatsbürger, den es in die Kreisstadt verschlagen hat und der seine Fähigkeiten sinnvoll einbringen möchte. Er spreche gut Englisch, hatte er dem Team der E-Börse mitgeteilt. „Jetzt leitet er an der Heinrich-Mann-Schule eine Arbeitsgruppe für englische Konversation“, freut sich Weller. Dass der Mann außerdem erzählt hatte, dass er Koch ist, beflügelt die Fantasie der Ehrenamtsvermittler zusätzlich. „Da schweben mir schon bestimmte Projekte vor“, schwärmt der Ober-Freiwillige.

38 Prozent des Klientels sind Rentner

Wie das E-Börsen-Team festgestellt hat, sind mehr als die Hälfte der Interessierten, die einen ehrenamtlichen Job suchen, Frauen und Männer, die noch im Berufsleben stehen. 38 Prozent des Klientels sind Rentner, zwölf Prozent Jugendliche. „Die möglichen Tätigkeiten spannen einen weiten Bogen und reichen von Marketingaktivitäten über Garten- und Handarbeit bis zur Betreuung einer Malgruppe“, heißt es in einem Bericht an das Parlament.

„Typischer Interessent ist etwa eine Frau, die noch voll berufstätig ist, deren Kinder aber aus dem Haus sind und die sich nun engagieren will“, erzählt Weller. In einem ausführlichen Gespräch versuchen Vermittler und Arbeitsbereite, herauszufinden, wo die Potenziale liegen, aber auch, was jemand vielleicht gar nicht will. „Wir haben meist den passenden Job da und kümmern uns.“ Vermitteln konnte die E-Börse etwa Mitstreiter an die Naturschutzgruppe der Kolpingfamilie, die Tafel, den Montessoriverein, ebenso wie an Hausaufgabenhilfe, Kindergärten, Schulen, Seniorenhilfe und ins Bildungshaus.

Eines wollen Winkler-Deneberger und Weller sicher nicht sein: Konkurrenz für bestehende Aktivitäten bei Vereinen und Institutionen. „Wir möchten vernetzen und Ressourcen bündeln“, so Weller. Einmal in der Woche trifft sich das kleine Team, um sich abzustimmen und Pläne zu schmieden. Dazu gesellt sich demnächst eine Ehrenamtlerin mit türkischem Migrationshintergrund, um das Thema nationalitätenübergreifend zu bewerben.

Kontakt unter ehrenamtsboerse@dietzenbach.de oder Telefonnummer 06074/373239.

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