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Opulenter Irrgarten der Sinne: Vierte Kunsttage locken Hunderte ins Bürgerhaus

Filigran, farbenfroh und verträumt

Dietzenbach ‐ „Kunst ist Leben!“ hat es am Wochenende aus so mancher Ecke geschallt. Tatsächlich: Erneut sorgten die drei Dietzenbacher Kunsttage, kurz genannt  „ARTig“, wieder für jede Menge Leben im Capitol des Bürgerhauses. Von Sascha Reichelt

© sar

Mit einem Gemeinschaftswerk haben die Künstler den alten Rathaus-Fassaden ein Denkmal gesetzt. Bei den vierten Kunsttagen waren dabei: Klaus Bader, Katja Dinges, Uschi Heusel, Dorita Jung, Corinne Freitag, Elisabeth Schuler, Eva Moll, Sonja Janson-Kröwers, Wilhelm Glaser, Astrid Napp, Silvia Jaschke, Daniel Franzinelli, Arno Kuchinka, Valentina Kvesic, Egon Breul, Wilfried Nürnberger, Wolfgang Mündl, Jens-Olaf Prießnitz, Jürgen Eitz, Jelena Hild, Marianne Ries, Hans-Jürgen Neumann, Marietta Staacks, Karl Heinz Wagner, Arno Müller, Otto Bernhard Zedlitz, Margit Oelmann und Giesela Zwonar.

Die Zeiten, in denen Kunstausstellungen allenfalls zu kritisch blickenden Gesichtern animierten, mögen längst Geschichte sein. Bereits zum vierten Mal zog die „ARTig“ wieder Hunderte von Kunstinteressierten aus der Kreisstadt und der Umgebung an. Jazziges Geklimper beschallte den Saal; gleich einem Irrgarten verloren sich Sinne und Gespräche im Trubel zwischen Kunst und Betrachter. Cracker, Süßigkeiten und Wein unterstützten das leibliche Wohl, um den Besucher entspannt auf seine farbenfrohe Reise gleiten zu lassen. Denn auch in diesem Jahr versprach die Ausstellung mit ihrem breiten Spektrum verschiedenster Techniken einen Querschnitt durch die Kunstgeschichte.

Impressionen von den Kunsttagen:

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28 Künstler mit „Dietzenbach-Bezug“ stellten aus. Seien es filigran ausgearbeitete naturalistische Werke, die kräftigen Farben ausdrucksstarker Abstraktionen oder der verträumte Surrealismus – selten treffen auf einer Ausstellung die verschiedenen Epochen in einem so bunten Mix aufeinander. Spürbar zog der Form- und Farbenrausch die Besucher in seinen magischen Bann.

Doch auch Liebhaber der dreidimensionalen Kunst kamen auf ihre Kosten. Zum ersten Mal mit dabei war Hans Jürgen-Neumann. Der Künstler präsentierte so genannte Objektkästen, die „Fundstücke vom Spülsaum des Meeres“ enthielten, wie er sagte. Außergewöhnlich war wohl auch seine Installation, bestehend aus drei Wasserbecken, in denen jeweils ein einsames gelbes Quietscheentchen umhertrieb. „Ist denn das Kunst? Oder kann das weg?“, wurde er des Öfteren gefragt. Genau jene Verwirrung und den Ansporn, sich als Betrachter einen eigenen Nutzen aus der Kunst zu ziehen, sei Ziel seines Projektes gewesen.

Eindeutiger hingegen erschienen die eher klassischen Malereien einer Dorita Jung. Das Mitglied des Dietzenbacher Künsterkreises beschreibt sich selbst als „bodenständig“ und zeichnete sich durch eindrucksvoll echt wirkende Stillleben aus.

Auch wieder mit dabei war Valentina Kvesic, die ihre neueste Serie aus abstrakten Kosmos-Bildern zeigte: Etwas düsterer als im Jahr zuvor entpuppten sich ihre Werke. Tatsächlich seien einige davon während „dunklerer Phasen“ entstanden.

Eine Verewigung der ehemaligen, inzwischen abgerissenen Rathaus-Fassaden gab es als Gemeinschaftswerk auf der Bühne zu bestaunen. Auf einer Fläche von 2,40 mal 4,20 Meter fügten die Künstler dem Mosaik ihr selbst gestaltetes Quadrat hinzu und setzten so dem alten Verwaltungsgebäude ein Denkmal. Arno Kuchinka vollendete den künstlerischen Rathaus-Sturm, indem er für die alten Blechbuchstaben, die einst das Gebäude zierten, eine neue Funktion fand: Er formte aus „RAT“ das Wort „ART“ und ergänze es durch „ig“.

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