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Bonhoeffer-Schule und Kita I richten „Lernwerkstatt“ ein für Experimente zur Naturwissenschaft.

Mit Pipette ins Kita-Labor

Dietzenbach - „Wenn man anfängt, Kinder zum Staunen zu bringen, werden sie neugierig und beginnen zu forschen“, sagt Nina Baumann, Konrektorin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS). Von Larissa Wagner

© law

„Fliegen lernen“ fördert die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule im Schwerpunkt Naturwissenschaften. Hier etwa überprüfen zwei Mädchen mit Filtern, aus welchen Einzelfarben sich die Farbe eines Filzstiftes zusammensetzt.

Denn das ist es, was die Kinder der neu eröffneten Lernwerkstatt sein sollen: voller Neugierde zum Forschen.

Die Lernwerkstatt entstand aus der Zusammenarbeit von Erzieherinnen der Kita I und Lehrerinnen der DBS. Bei einer Veranstaltung zum „Bildungs- und Erziehungsplan“ im Frühjahr vergangenen Jahres war die Tandem-Arbeit der beiden Einrichtungen thematisiert worden, und es entstand der Wunsch, ein gemeinsames Projekt zu starten. Als kurz vor den Sommerferien die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung auf das Projekt „Fliegen lernen“ aufmerksam machte, war die Idee der Lernwerkstatt geboren.

Raum in der Kita I zur Lernwerkstatt umgestaltet

Mit viel Engagement haben es die Frauen geschafft, in einem halben Jahr ein Konzept zu erarbeiten und einen Raum in der Kita I zur Lernwerkstatt umzugestalten. Dietzenbach ist somit die fünfte Stadt im Rhein-Main-Gebiet, die am Projekt „Fliegen lernen“ teilnimmt und die 18. im Bundesgebiet. Finanziell wird das Projekt von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gestemmt, welche die rund 4500 Euro von dem Luftfahrtunternehmen Boeing bezieht.

„Fliegen lernen“ fördert die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule, wobei der Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften gelegt wird – häufig noch ein Randgebiet, „das von Erziehern gerne gemieden wird“, sagt Julia Schneider, Programmleiterin der Regionalstellenleitung. Zwar solle die Lernwerkstatt in erster Linie Kinder an die Naturwissenschaften heranführen, aber auch den Erwachsenen ihre Zurückhaltung nehmen.

Kinder zum Weitergrübeln anregen

Den Mädchen und Jungen, die am frühen Mittwochabend zur Eröffnung gekommen waren, musste die Scheu jedenfalls nicht genommen werden: Begeistert stürmten sie in die Lernwerkstatt, experimentierten und fragten nach. Aufgabe der Lehrer und Erzieher sei es nicht, den Kindern einfach alles zu erklären, erläutert Marie-Luise Buchczik, die das Projekt als praktische Begleiterin unterstützt. Vielmehr sei beabsichtigt, die Kinder zum Weitergrübeln anzuregen. Das habe in den bisherigen Lernwerkstätten gut funktioniert: „Nach einiger Zeit kommen die Kinder mit eigenen Experimenten an, die sie durchführen möchten“, sagt Buchczik. Besonders begeistert seien sie von Flugobjekten und Experimenten mit Wasser und Strom.

Nina Baumann fasst die bevorstehende Arbeit so zusammen: „Wir wollen mit den Kindern gemeinsam einen Weg gehen, falsch abbiegen, herausfinden, wo etwas schiefgegangen ist und dann überlegen, wie wir es richtig machen können.“ Vom kommenden Mittwoch an werden 40 Erst- und Zweitklässler sowie 27 Kindergartenkinder zweimal pro Woche in gemischten Gruppen die Lernwerkstatt nutzen können. Ein Lehrer, ein Erzieher und die praktische Begleiterin stehen ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Die künftigen Schulkinder sollen sich hierbei schon mal mit Schülern und Lehrern vertraut machen und Spaß an der Gruppenarbeit finden. So kann ihnen gleichsam der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtert werden.

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