Dietzenbach - Der eine tritt bei der Bürgermeisterwahl an und damit gegen die CDU-Kandidatin nach. Der andere tritt als Fraktionsvorsitzender ab und damit für die CDU-Kandidatin ein. Jürgen Rogg und Helmut Butterweck sind die Männer der Woche. Rogg hatte als parteiloser Bewerber seinen Auftritt, Butterweck ließ seiner Frau Kornelia den Vortritt.
Schließlich kann es nicht Wählers Willen sein, dass die Legislative der Exekutive den Gute-Nacht-Kuss gibt. Aufgrund familiärer Ämterhäufung hatte schon die Zukunftsvision von der „Butterweck-City“ die Runde gemacht.
Mit dem vierten Bürgermeister-Bewerber wird die Mission der Stadtverordnetenvorsteherin noch schwieriger. Die Frage ist nun, wie viel Rückhalt Rogg in der Partei genießt, die er verlassen hat. Der Unternehmensberater wandelt damit auf den Spuren von Jan Werner, der es im vergangenen Jahr in Langen gewagt hatte, den CDU-Kandidaten Berthold Matyschok herauszufordern. Werner kam mit seinem Austritt aus der CDU einem Parteiausschluss zuvor, der Rogg beim Verbleiben im Dietzenbacher Stadtverband ebenfalls gedroht hätte.
Dass in der hiesigen CDU Kräfte am Werk sind, die das Parteischiff in entgegengesetzte Richtungen steuern wollen, ist schon seit Jahren spürbar. An dieser Entwicklung ist auch Bürgermeister Stephan Gieseler nicht ganz unschuldig, der sich mit Helmut Butterweck diverse Machtspielchen geliefert hat. Auf Seiten der SPD wird sich mancher auf die Schenkel klopfen, schließlich lenkt nichts besser von eigenen Problemen ab als Zoff beim politischen Gegner. Freilich können sich die Christdemokraten trösten. Selbst der GAU, eine Abspaltung der Fraktion wie im Falle der SPD, würde die 19-Köpfe-Truppe nicht ihrer Führungsrolle im Parlament berauben: Die SPD als zweit-„größte“ Fraktion hat nach der Abspaltung der UDS nur noch sechs Mitglieder.
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