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Ein Unterstützerkreis will mit Aktionen auf das Schicksal der Familie Khateeb aufmerksam machen

Mahnwache gegen die Abschiebung

2203.09.09|Dietzenbach|Dietzenbach|28
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Artikel: Mahnwache gegen die Abschiebung

Dietzenbach - (scho) Mit Mahnwachen vor dem Kreishaus als Sitz der zuständigen Ausländerbehörde, jeweils donnerstags zwischen 17 und 18 Uhr, will ein neu gegründeter Unterstützerkreis in den nächsten Wochen auf das Schicksal der von Abschiebung bedrohten Familie Khateeb aufmerksam machen.

© Towae

Einen Besuch von Ministerpräsident Roland Koch nutze Hasan Khateeb, um sein Anliegen vorzutragen.

Während die achtköpfige Familie, die seit 1992 in Deutschland lebt, eigenen Angaben nach aus Palästina stammt, behauptet die Ausländerbehörde, die Khateebs seien Jordanier und hätten damit kein Recht auf Aufenthalt. Der Vater musste bereits Ende 2007 Deutschland verlassen, die Mutter samt sieben Kindern entging der Abschiebung nur, weil der Pilot sich weigerte, die Familie mitzunehmen.

Engagiert in dem Fall hat sich auch der Verein „Zusammenleben der Kulturen“, der eine Petition für ein Aufenthaltsrecht der Familie Khateeb eingereicht hat. Darin heißt es, der Fall habe eine humanitäre Dimension, die Khateebs seien integriert, die Kinder besuchten zum Teil weiterführende Schulen und seien in Vereinen tätig. Über die Mahnwachen hinaus will der Unterstützerkreis nun auch Unterschriftenlisten auslegen sowie Politiker um Unterstützung bitten. Wer bei den Aktionen helfen möchte, kann sich an Gerd Wendtland, Tel: 06074/ 81 26 03, wenden.

Auf Antrag der Grünen wird sich auch der Kreistag in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 23. September, mit der geplanten Abschiebung befassen. Dabei gehe es vor allem um das Wohl der Kinder in der Familie, teilt Vecih Yasaner, integrationspolitischer Sprecher der Fraktion mit. Die würden „ihres Wohls und ihrer Chancen beraubt, wenn die geplante Abschiebung durchgesetzt werden sollte“, erklärt er.

Nacht-und-Nebel-Abschiebungsaktionen sind nicht selten

Yasaner verweist auf Artikel drei der UN-Kinderrechtskonvention, der besagt, dass bei allen Maßnahmen das Wohl der Kinder vorrangig zu berücksichtigen ist. „Die Vorwürfe der Ausländerbehörde lassen sich nicht beweisen“, unterstreicht der Grünen-Politiker. Es seien Dokumente vorhanden, die eine Herkunft aus Palästina belegen würden. „Man gewinnt den Eindruck, die Ausländerbehörde will nicht zur Kenntnis nehmen, was nicht passt“, behauptet Yasaner. Er wisse von vielen Fällen nach diesem Muster. „Nicht selten wurden Menschen in Nacht-und-Nebel-Aktionen abgeschoben und damit vollendete Tatsachen geschaffen“, moniert er. Gerade dieser Fall zeige die ganze Absurdität: „Einerseits sollen bestens integrierte und gebildete Menschen abgeschoben werden, andererseits werden qualifizierte Kräfte gesucht und aus dem Ausland geholt“, betont der Grüne.

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