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Bürgerinitiative will Moschee in Dietzenbach verhindern

Protest von Anwohnern

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Artikel: Protest von Anwohnern

Dietzenbach ‐ Die geplante Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde am Theodor-Heuss-Ring stößt bei einigen Anwohnern auf Widerstand. „Wir wollen das Vorhaben stoppen“, sagt Klaus Höfer, Sprecher der neu gegründeten „Bürgerinitiative Haus 48“. Von Christoph Zöllner und Nina Beck

Zurzeit stehen die einstigen Räumlichkeiten der Firma Bindomatic am Theodor-Heuss-Ring noch leer. Die Ahmadiyya-Gemeinde möchte hier eine Moschee einrichten und hat das Gebäude gekauft.

© Hoven

Zurzeit stehen die einstigen Räumlichkeiten der Firma Bindomatic am Theodor-Heuss-Ring noch leer. Die Ahmadiyya-Gemeinde möchte hier eine Moschee einrichten und hat das Gebäude gekauft.

Bei einer ersten Informationsveranstaltung seien rund 60 Besucher gezählt worden, inzwischen hätten sich weitere 40 der BI angeschlossen. Zum einen fürchten die Moschee-Gegner mehr Lärm und Verkehr sowie eine „unzumutbare Parkplatz-Situation“; zum anderen betrachten sie die Ahmadiyya-Bewegung als „eine Gemeinschaft mit eindeutig antidemokratischen Zielen“. Die Nachbarn haben Angst, dass dies unterm Strich zu einer Wertminderung ihrer Immobilien führen könnte, die in einem Mischgebiet stehen, das auch in eingeschränkter Form Gewerbe zulässt. „Wir leben ja hier in keinem Wohnparadies, aber die Mischung stimmt. Eine Moschee passt hier nicht rein“, meint Höfer, dessen Wohn- und Geschäftsräume direkt angrenzen.

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Zuhause für Ahmadiyya-Gemeinde

Wie berichtet, hat die Ahmadiyya-Gemeinde im Dezember das seit Jahren leer stehende Gebäude gekauft, in dem einst die Firma Bindomatic ihr Zuhause hatte. Die Gemeinde hatte zunächst gegenüber unserer Zeitung angekündigt, die Räume zwischen dem Königreichssaal der Zeugen Jehovas und dem evangelischen Haus der Kirche renovieren und im Februar eröffnen zu wollen. Allerdings stellte sich inzwischen heraus, dass der zuständigen Kreisbauaufsicht weder ein Bauantrag noch einer auf Nutzungsänderung vorliegt.

Gebets- und Büroräume vorgesehen

Dieser soll voraussichtlich Mitte Februar eingereicht werden, wenn die letzten Formalitäten des Kaufvertrags abgeschlossen sind, sagte Saeed Gessler, Leiter der Bauabteilung der Ahmadiyya Muslim Jamaat gestern auf Anfrage. In dem Gebäude seien ein Gebets- und Büroräume vorgesehen, eine Küche und „ein kleinerer Raum, um Gäste zu empfangen“. Hochzeitsfeiern oder ähnliches, betont Gessler, werde es dort nicht geben.

Der Bindomatic-Bau verfügt über eine Fassade zum Theodor-Heuss-Ring hin und eine angebaute Halle an der Straße „Am Bahndamm“. Die Halle soll auf Drängen der Stadt zum Teil noch mit Parkplätzen ausgestattet werden. Gessler spricht von 15 Stellplätzen, die eingeplant seien, Bürgermeister Jürgen Rogg indes hält die von der Frankfurter Ahmadiyya-Zentrale gegenüber der Stadt genannte Anzahl von rund 130 regelmäßigen Moschee-Besuchern für zu niedrig angesetzt, seit ein Dietzenbacher Gemeindevertreter von 600 Gläubigen gesprochen hatte – darunter 80 Heusenstammer, die jedoch einen eigenen Raum zum Beten hätten.

Gessler dagegen bestätigte die genannte Zahl von 130 Moscheebesuchern für die Gemarkung Dietzenbach. „Wir planen lokal, nicht regional“, sagte er gestern. „Also nur für diejenigen, die hier leben.“ Die große Differenz erklärt er damit, dass vor Ort möglicherweise jemand Gläubige aus der näheren Umgebung mit hinzugezählt habe, die aber andernorts beteten.

„Das bringt nichts.“

Ungeachtet dessen will die BI Unterschriften gegen die Moschee sammeln und in dieser Woche Gespräche mit dem Bürgermeister führen. „Ich werfe der Stadt vor, dass sie die Anwohner nicht frühzeitig informiert hat“, sagt Höfer, der einst für die SPD im Stadtparlament saß und nicht falsch verstanden werden möchte: „Wir legen Wert darauf, uns klar von Rechtsextremisten und Ausländerfeinden abzugrenzen. Rechtsextremisten und Ausländerfeinde werden in der Initiative nicht geduldet“, steht auf der Homepage unter „Wichtiger Hinweis“. Die BI, zu der Anwohner des Theodor-Heuss-Rings und dessen Nebenstraßen gehören, trete für den Erhalt des christlich-europäischen Werteverbundes ein, richte sich aber nicht „gegen die Muslime“.

Während Bürgermeister Rogg von der Ahmadiyya-Gemeinde, die bislang im Wertheimer Weg ihre Gebetsräume hat, erwartet, dass sie der künftigen Nachbarschaft ihr Vorhaben erläutert, will die BI ihrerseits nicht das Gespräch mit der Gemeinde suchen: „Das bringt nichts“, meint Höfer und verweist auf das Ziel des Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland, in der Republik 100 Moscheen bauen zu wollen. Weitere Infos zu der BI gibt‘s auf ihrer Internetseite.

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