Dietzenbach - Es war der letzte Beitrag. Zum Schluss der ZDF-Sendung „WISO“ flimmerte am Montagabend ein Geschichtchen über Dietzenbach auf den Bildschirmen der Nation. Von Barbara Scholze

© Towae
Insgesamt neun Laser-Säulen überwachen an den Dietzenbacher Hauptstraßen Tempo- und Rotlichtsünder. Auch an der Kreuzung Offenbacher/Limesstraße stehen zwei Blitzer, was viele Autofahrer in Rage bringt.
Thema: Die neuen Geschwindigkeitsmessanlagen, sprich Blitzer, allüberall im Ort, ihre negative Wirkung auf die Geldbeutel der Bürger und Besucher samt den positiven Folgen für den Stadtsäckel.
Zwei Minuten und 34 Sekunden hatten die Filmchen-Macher Zeit, unter dem Motto „Blitzerwahn in Dietzenbach“ die laserbasierten Säulen zu zeigen, von „Mehrfach-Fotoshootings“ Betroffene zu Wort kommen zu lassen sowie Rechenaufgaben hinsichtlich möglicher Einnahmen vorzunehmen. Keine Zeit blieb für den Blick auf die Themen Regelverstöße oder Verkehrssicherheit, die waren mit einem Nebensatz erledigt. Immerhin meinen die Fernsehmacher: „Sicher, jeder sollte sich innerorts an die vorgeschrieben 50 Stundenkilometer halten.“
Nicht gut zu sprechen auf die Überwachungsgeräte ist ebenso der jugendliche Stellvertreter der Dietzenbacher Politik, der schnell reden muss, aber gerade noch so in die zweieinhalb Minuten passt. Fast 500.000 Euro hat sich die Stadt die Anlagen kosten lassen, „wäre das Geld nicht irgendwo anders besser aufgehoben?“, fragt sich der SPD-Stadtverordnete Filippos Kourtoglou beim Spaziergang rund um die Säule am südlichen Ortseingang.
Die Rolle des Kämpfers für Sicherheit und Ordnung in seiner Stadt übernimmt schließlich einmal mehr Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU). Auch vom Fernsehen lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen, bittet darum, Worte wie „Opfer“ und „Abzocke“ zu vermeiden und spricht den schlichten, doch bedeutungsschweren Satz: „Wenn jemand zu schnell fährt, wird er halt geblitzt.“
Ach ja, und ganz zum Schluss erscheint dann noch eine mit Laptop bewaffnete Dreier-Boygroup, die mittels sozialer Medien für den guten Ruf der Kreisstadt kämpfen möchte. Die Facebook-Gruppe „Achtung, Blitzer gesichtet“ soll das Dietzenbacher Image heben. „Gerade die Leute, die zu Besuch kommen oder geschäftlich was zu tun haben, werden schön erwischt, das ist eine Unverschämtheit, da wollen wir entgegenwirken“, sagt Benjamin Groß. Ihm zur Seite stehen Kourtoglou – und Lange.
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