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Investor für Pflegeheim in Dietzenbach springt ab

Zweites Pflegeheim kommt später

Dietzenbach - Ganz konkret, ganz fix hatte alles bereits ausgesehen im März vergangenen Jahres: 103 stationäre Pflegeplätze inklusive acht Kurzzeitpflegeplätze, verteilt auf 89 Einzel- und sieben Doppelzimmer sollte es bereithalten, das geplante Seniorenpflegeheim an der Offenbacher Straße gegenüber der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Von Nina Beck

© Duda

Wann neben dem DRK-Seniorenheim eine zweite Pflege-Einrichtung in Dietzenbach gebaut werden wird, ist derzeit nicht abzusehen. Konkreter sehen da die Pläne zur Neu-Eröffnung der Cafetaria im DRK-Heim aus. In diesem Monat soll es losgehen.

„Im zweiten Anlauf hat es dann doch geklappt“, lautete der Tenor. Denn bereits 2007 hatte die Stadt ein Bewerberverfahren für die „sehr attraktive Fläche“ im Baugebiet 72 eingeleitet, das indes 2009 scheiterte. .

Doch so konkret die Pläne diesmal auch dahergekommen waren – das Parlament hatte einem Grundstücksverkauf bereits 2010 zugestimmt; im Spätherbst dieses Jahres sollte das Haus stehen –, so haben sie sich doch ein weiteres Mal zerschlagen. Der im Frühjahr 2011 vorgestellte potenzielle Träger der Einrichtung sei nach wie vor interessiert, der Investor jedoch kurz vor Weihnachten abgesprungen, teilte Walter Fontaine, Fachbereichsleiter Soziale Dienste, auf Anfrage mit. Beide Male sollen Kostengründe ins Feld geführt worden sein, eine solche Einrichtung wäre nicht wirtschaftlich genug, hieß es.

Gespräche mit potenziellen Geldgebern laufen

Die Verwaltung indes führt derzeit wieder Gespräche mit potenziellen Investoren. Die Chancen, einen neuen zu finden, stünden mitunter nun besser, äußerte Fontaine unlängst im Sozialausschuss, da eine Förderung vom Land in Aussicht gestellt sei. Er hoffe auf einen Abschluss noch in diesem Jahr. Übermäßige Eile ist nach Ansicht des Fachbereichsleiters indes nicht geboten. 162 Wohnungen mit Betreuungsangeboten an sieben verschiedenen Stellen in der Stadt, ein Angebot, das insgesamt 260 Frauen und Männer in Anspruch nähmen, das sei „kreisweit einmalig“, so Fontaine. Das DRK-Heim an der Adolph-Kolping-Straße habe nur eine geringe Warteliste vorzuweisen; Dietzenbacher Bürger bekämen dort zudem den Vorzug.

Tatsächlich stehen derzeit neun Senioren auf der Warteliste des DRK-Heims, wie Timo Schönlein, Leiter des Sozialdienstes, gestern auf Anfrage sagte. Fünf, die sofort einziehen würden, wenn etwas frei würde und vier, die – weil aktuell kein Platz frei war – zunächst in anderen Einrichtungen in der Nachbarschaft untergekommen sind. Hinzu kommen 14 Senioren, die längerfristig Interesse bekundet haben, „mit denen wir in regelmäßigem Kontakt stehen, davon drei im Betreuten Wohnen“, so Schönlein.

Ortsnahe Unterbringung hat Priorität

Dass ein Seniorenpflegeheim ausgebucht ist, sei heutzutage Standard, erläutert Heimleiter Mike Tetzner. „Wenn es nicht so wäre, würde es sich wirtschaftlich nicht rechnen.“ 95 Betreuungsplätze bietet die gegenüber dem Hessentagspark gelegene Einrichtung, hinzu kommen 20 Tagespflegeplätze und sieben Wohnungen mit Betreuungsangeboten. „Die Frage der ambulanten Versorgung alter Menschen nimmt einen bedeutend größeren Raum ein als die der Pflegeheimplätze“, sagt Tetzner. Im Hinblick auf Letztere stehe die Kreisstadt seiner Einschätzung nach aber zumindest „nicht so üppig da wie andere Regionen. Es gibt hier durchaus noch Potenzial an stationären Pflegeplätzen“. Indes bestätigt der Leiter des DRK-Heims, dass „eine ortsnahe Unterbringung Priorität“ habe. Das sei nicht nur hier, sondern generell so üblich. „Es gibt eine ganz klare Weisung, bevorzugt Menschen aus Dietzenbach aufzunehmen.“

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