Sprendlingen - Das Wohnmobil mit holländischem Kennzeichen auf dem Parkplatz kündigt es bereits an: Die Heinrich-Heine-Schule hat internationalen Besuch. Zu ihrer 18. Netzwerkkonferenz begrüßte die Europaschule rund 50 Gäste aus den verschiedensten europäischen Ländern. Von Manuel Schubert

© msc
Zahlreiche Gäste aus dem europäischen Ausland kamen zur Netzwerkkonferenz der Heinrich-Heine-Schule. Hier lauschen sie einem Vortrag der Gesamtschule Wuppertal, mit der die Dreieicher Europaschule in Zukunft kooperieren möchte.
„Dass wir hier gemeinsam reflektieren und in die Zukunft schauen können, ist der Schlüssel zum Erfolg“, betont Michael Tätzsch, Koordinator für internationale Beziehungen. „Die jährlichen Netzwerkkonferenzen sind der Dreh- und Angelpunkt all unserer internationalen Projekte. “ Und in der Tat: Die Europaschule kann sich über viele gute Kontakte sowie zahlreiche Austausch- und Projektangebote freuen.
Gut die Hälfte der Gäste sind die Schüler, die am aktuellen Comenius-Projekt „Man and Machine“ beteiligt sind. In Kooperation mit Schulen aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden erforschen Lehrer und Schüler seit knapp zwei Jahren den Einfluss von Technologie auf die Gesellschaft.
Am vergangenen Mittwoch besuchte die Gruppe gemeinsam das Kernkraftwerk in Biblis, am Donnerstag waren die Schüler aufgefordert, selbst kleine Generatoren nachzubauen. Gestern bildete eine etwas frische Stadtführung durch Frankfurt den Abschluss des vorletzten Treffens. Bis zum nächsten Wiedersehen habe man alle Schüler aufgefordert, zwei Tage komplett auf Bildschirme zu verzichten, so Stefan Rottmann, Leiter von „Man and Machine“. Die Erlebnisberichte stellen die Beteiligten Ende März in England vor.
Neu im Bunde ist dabei auch erstmals eine Schule aus dem spanischen Jaén, zu der die Europaschule 2011 erste Kontakte knüpfte. Man denke bereits über einen regelmäßigen Schüleraustausch mit Deutschland nach, berichtete Lehrer Antonio Luis Lallena.
Die Anfragen überträfen mittlerweile sogar schon die für den Austausch mit Großbritannien. „Das liegt wohl daran, dass wir uns vergangenes Jahr hier äußerst wohl gefühlt haben. Wir wurden sehr gut behandelt“, sagte der Spanier.
Die mit Abstand weiteste Anreise zur Netzwerkkonferenz hatte Milka Aisindi. Die Lehrerin kam extra aus Namibia eingeflogen, um die Kontakte zwischen ihrer und der Dreieicher Schule zu intensivieren. Sie stelle sich für die Zukunft ein patenschaftliches Verhältnis zwischen den beiden Einrichtungen vor, erklärte Aisindi: „Wir können viel von der Heinrich-Heine-Schule lernen“. Zum Dank gab’s für Schulleiterin Sigrid Harnischfeger ein traditionelles afrikanisches Kleid.
Deutlich weiter fortgeschritten ist die Verbindung zu Frankreich: Zum bereits dritten Mal gibt es eine gemeinsame Europaklasse mit dem Collège Saint-Exupéry in Saint-Jean-De-Braye. „Eine tolle Erfahrung, die die Schüler unheimlich bereichert“, urteilte Klassenlehrerin Alexandra Sauer. Gemeinsam legen die deutschen und französischen Lehrer der beiden Klassen die Unterrichtsinhalte fest und können sich somit laut Sauer wunderbar über Ergebnisse austauschen.
Ganze 30 Jahre hat zudem der Schüleraustausch mit Frankreich auf dem Buckel. Etwas jünger, aber ebenso erfolgreich gestartet ist die Partnerschaft mit der Japanischen Internationalen Schule in Frankfurt. Für diesen Monat ist eine Faschingsfeier geplant. Auch mit Polen, den Niederlanden und weiteren Ländern findet ein regelmäßiger Austausch statt.
Heute muss das Wohnmobil seinen Standplatz auch schon wieder verlassen - die Teilnehmer machen sich auf den Heimweg. Aber vielleicht kommt es bei der Netzwerkkonferenz 2013 ja wieder zum Einsatz.
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