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Das harte Brot der Frankfurter

Dreieichenhain - „Ein Museum muss lebendig sein“, sagt Gerd Grein. Wenn es um heimische Kultur geht, weiß er, wovon er spricht. „Ich könnte noch ein paar Jahre lang eine Ausstellung hier machen“, verweist Grein auf seinen schier unerschöpflichen Fundus. Von Leo F. Postl

© Postl

Was passiert, wenn man zuviel Apfelschaumwein genießt, davon singt Rainer Weisbecker ein Lied.

Die neue Ausstellung im Dreieich-Museum unter dem Motto „So sin se die Frankurter“ hat der frühere Leiter der Veste Otzberg sozusagen schon „auf Lager“ gehabt.

Zur Begrüßung wies Detlef Odenwald, Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins Dreieichenhain , auf die schon recht frühe Verbindung zwischen Dreieich und der Stadt Frankfurt hin. So hatte im Jahre 1342 Karl IV. einen Teil des Dreieicher Bannforstes, des heutigen Stadtwalds südlich des Mains, verkauft.

Die Ausstellung zeigt alles Typische, was man mit der Lebenskultur in Frankfurt verbindet. Allen voran bekannte Spezialitäten wie die Frankfurter Würstchen, die nach Überzeugung mancher in Dreieich erfunden wurden. Ferner alles rund um den Ebbelwoi und den Frankfurter Kranz. Dazu noch Geschichten und Anekdoten, aber auch weniger oder gar nicht Bekanntes. Wer kennt noch „hartes Brot“? „Das hat nichts mit dem Geldverdienen zu tun, das kann man wirklich essen“, erläutert Gerd Grein. „Nur ein einziges Geschäft in der Neuen Kräme verkauft noch diese Spezialität von früher“, weiß Grein. Das „harte Brot“ hat die Konsistenz eines feinen Lebkuchens und ist recht lange haltbar.

Gereicht wurde es in besser gestellten Familien, und zwar zusammen mit einer anderen typischen Frankfurter Spezialität, dem Apfelschaumwein. Auch dieser war in Vergessenheit geraten und vor rund 20 Jahren von erfahren Winzern wieder zum Leben erweckt worden.

Dazu passte wunderbar die Musik des Frankfurter Mundartdichters und Liedermachers Rainer Weisbecker. Was alles passieren kann, wenn man zu viel des perlenden Apfelschaumweines genießt, davon wusste Weisbecker gleich mehrere Lieder zu singen. Da schleicht sich der Ehemann des Abends nach Hause und kriecht zu seiner Frau ins Bett. Groß ist der Schreck, als das Licht angeht – und er weder die Frau noch das Zimmer kennt.

In seiner unnachahmlichen Art aus fundiertem Wissen und dem ihm typischen Humor führte Gerd Grein die Gäste durch die Ausstellung, wies hier auf ein besonderes architektonisches Kleinod hin, dort auf eine im Puppenküchenformat nachgebaute Apfelweinkneipe. „Früher war es ganz normal, dass die Leute mit einem Ringel Fleischwurst und einem Stück Brot in die Apfelweingaststätte gekommen sind, um sich dort nur das ,Gesöff’ dazu zu bestellen.“

Die Original-Rezeptur des Frankfurter Kranzes ist ebenso zu finden wie ein Appetit anregender Frühstücksteller, der ein Mädchen mit blankem Hintern auf dem Schoß eines Jüngling zeigt. Besonders gut aufgenommen, allerdings nur bei der Hälfte der interessierten Besucher, wurde der Frankfurter Spruch: „Der beste Zaun ums Haus is a bees Fraa.“

Die Ausstellung ist noch bis 8. April zu sehen.

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