306.10.09|Dreieich|Dreieich|
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Dreieich - (epa) Die Kinder- und Jugendfarm der „Dreieichhörnchen“ hat nicht nur in der Region, sondern bundesweit einen guten Namen. So war es denn auch keine Überraschung, dass sich ausgerechnet dort 116 Gäste aus Politik, Verwaltung und Bildung aus dem gesamten Bundesgebiet zu einem Erfahrungsaustausch trafen.

© Pathe
Sehr zur Freude der „Dreieichhörnchen“ wurden von den Teilnehmern in Workshops mehrere Projekte realisiert. So entstand unter anderem dieses „Insektenhotel“.
Dabei wurde aber nicht nur geredet, sondern an neun Projekten praktisch dargestellt, wofür Kinder- und Jugendfarmen sich zunehmend einsetzen.
Waren sie anfangs als Freizeitprojekte gestartet, so haben die Farmen sich mehr und mehr zu Bildungsinstitutionen entwickelt. Von vier Säulen sprach daher auch Willy Juch, Vorstandsmitglied des Trägervereins der Farm: „Wo gibt es sonst einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche gemeinsam Pflanzen, Tiere, Handwerk und Kultur begreifen und erfahren können?“
Die Kinder- und Jugendfarmen hätten einen bedeutsamen Anteil daran, dem allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziel, kreative und kommunikationsfreudige, verantwortungsvoll handelnde und entdeckungsfreudige Kinder nahe zu kommen. „Genau dies zu lernen“, so Juch weiter, „ist auf den Plätzen der Jugendfarmen möglich. Diese Lernprozesse, die früher auf dem nahen Bauernhof, durch die Großeltern oder die Großfamilie vermittelt wurden, funktionieren heute nicht mehr automatisch.“
Zehn Jugendfarmen gibt es inzwischen in Hessen, die sich im März dieses Jahres zum „Arbeitskreis der Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze in Hessen“ (AJAH) zusammengeschlossen haben. So können bestehende Projekte besser vernetzt und der Erfahrungsaustausch intensiviert werden.
An konkreten Beispielen wurde den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kinder- und Jugendfarmen erläutert, wie die gestellten Aufgaben bei den „Dreieichhörnchen“ umgesetzt werden. So hat eine Grundschulklasse Kartoffeln gelegt, das Feld gepflegt, die Kartoffeln geerntet und verarbeitet, um sie schließlich gemeinsam zu essen.
Die Teilnehmer dieses „Bildungs-Aperitifs“ zeigten sich bei einem Rundgang beeindruckt von der Vielfalt des Angebotes auf dem 10000 Quadratmeter großen, naturbelassenen Terrain mit Seilgarten und Hängebrücke, Baumhaus und Piratenschiff. Hühner und Enten, Kaninchen und Meerschweinchen, Schafe und die Ponys Billy und Lotte ermöglichen es den Kindern, einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren zu erlernen.
Einig waren sich die Teilnehmer in der Forderung, dass ein Abenteuerspielplatz oder eine Kinder- und Jugendfarm – ebenso wie ein Schwimmbad – in jede Gemeinde gehört.
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