Dreieich - Am Ende konnte sich sogar der Schulleiter nicht mehr dem Sex-Appeal seiner Oberstufenschüler entziehen: Mit einem schüchternen Kuss auf die Wange bedankte sich Albert Schobbe bei Hauptdarsteller Daniel Guigui für eine großartige Premiere des Musicals „Lets do the Time Warp ... again“, das Weibelfeldschüler gemeinsam mit der Theaterpädagogin Sonja Kraushofer einstudiert hatten. Von Niels Britsch

© Foto: Britsch
Heute und am Montag gibt es das Musical (mit teilweise unterschiedlichen Besetzungen) noch zu sehen.
In Anlehnung an die „Rocky Horror Picture Show“ haben die Schüler ein schlüpfrig-erotisches Meisterwerk inszeniert, das man als Mischung aus Science-Fiction, klassischem Musical und sinnlich-amüsanter Komödie beschreiben kann.
Das Stück handelt von Brad Majors und Janet Weiss, die frisch verlobt eine Reise machen und wegen einer Reifenpanne unfreiwillig Gäste des außerirdischen Wissenschaftlers Dr. Frank‘n Furter werden. Der exzentrische Paradiesvogel feiert wilde Feste und rauschende Orgien auf seinem Schloss, mit Rocky hat er sich zudem einen muskelbepackten Lustsklaven erschaffen. Er verführt sowohl Brad als auch dessen Verlobte Janet mit der gleichen Masche, bis das ganze schlüpfrige Spektakel in einem Finale endet, das laut Aussage des Erzählers „kein Kindergeburtstag“ ist.
Julia Klimpel und Witthaya Phonyot begeistern in den Rollen von Brad und Janet, dem schüchternen und leicht verklemmten Liebespaar, das sich naiv von Frank manipulieren und verführen lässt. Dabei überzeugen sie schauspielerisch als auch stimmlich; musikalisch ausdrucksvoll ist besonders der Auftritt von Julia Klimpel mit dem Song „Touch Me“.
Brillant spielt Daniel Guigui den durchgeknallten Exzentriker Dr. Frank: Auf hochhackigen Schuhen, geschminkt und mit Strapsen bekleidet gibt er den sexuell äußerst freizügigen und flexiblen Außerirdischen, männlich-lässig und gleichzeitig lasziv-feminin. Wie er geifernd vor Selbstverliebtheit und immer wieder kokett-arrogant die Haare nach hinten werfend auch gesanglich überzeugt, kann man fast verstehen, dass Brad, Janet und sogar Schulleiter Schobbe dem exzentrischen Charme des Paradiesvogels verfallen sind.
Auch der Auftritt von Matthias Fink als Eddie ist optisch und vor allem akustisch an Authenzität kaum zu überbieten: Verrauchter, versoffener - eben rockiger - könnten auch die Stimmen von Joe Cocker und Rod Stewart zusammen nicht klingen, wenn der Langhaarige in Heavy-Metal-Kluft Luftgitarre spielend auf der Bühne abgeht. Überhaupt werden die von einer starken Schüler-Band begleiteten Gesangs-Einlagen allesamt einwandfrei präsentiert.
Zwei weitere Aufführungen der eindrucksvollen „„Rocky Horror Picture Show“-Interpration, in der die Akteure auch grandios die technischen Probleme in Form von hin und wieder auftretenden Mikrofon-Ausfällen überspielten, sind am heutigen Samstag und am kommenden Montag jeweils um 20 Uhr in der Weibelfeldschule zu sehen.
Facebook 'Like' wird geladen...

Karte wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.