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Gemeindevertretung in Egelsbach stellt Geld bereit und wählt Standort aus

Weg frei für das Familienzentrum

Egelsbach - Der Ausbau des Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren kommt weiter voran. Die Gemeindevertretung fasste gleich mehrere Beschlüsse, unter anderem zum geplanten Familienzentrum. Von Markus Schaible

In Nachbarschaft der Dr.-Horst-Schmidt-Halle und der Kita Brühl soll das Familienzentrum in Südausrichtung (Lage der Kinderbetreuungsräume gen Süden) entstehen. Die Container-Kita Tausendfüßler muss dafür Richtung Osten versetzt werden.

Zuallererst ging es ums Geld: Einstimmig wurden die knapp 3,6 Millionen bereitgestellt, die für den Ausbau der Kitas Brühl und Forsthaus sowie das neue Zentrum aufgewendet werden müssen. 1,2 Millionen werden in den Haushalt 2012 eingestellt, der Rest 2013. Den Umweg über das Brühl-Treuhandkonto, der sich wegen des noch nicht vorliegenden Haushaltsentwurfs für dieses Jahr im Haupt- und Finanzausschuss abgezeichnet hatte (unsere Zeitung berichtete), muss dabei nicht gegangen werden. Beigeordneter Jörg Leinberger (SPD), der sich um das Projekt kümmert, hat von der Kommunalaufsicht beim Kreis das Okay bekommen, dass die Grundsatzentscheidung vorab gefällt werden kann. Die Verwaltung geht davon aus, dass die ersten Rechnungen erst eingehen, wenn der Etat abgesegnet ist.

Zugleich beschlossen die Gemeindevertreter die genaue Lage des Familienzentrums sowie den neuen Standort für die Container-Kita Tausendfüßler. Die steht nämlich derzeit dort, wo das Zentrum hin soll, und muss deshalb versetzt werden. Dies ging allerdings wieder einmal nicht ohne Zank vonstatten.

So waren Verwaltung und weite Teile der Gemeindevertretung der Ansicht, dass die Lage bereits in den vergangenen Sitzungsrunden ausgiebig besprochen worden sei und Einigkeit herrsche. Nur sei noch kein formeller Beschluss gefasst. Deshalb hatte Bürgermeister Rudi Moritz ohne vorherige Beratung im Gemeindevorstand kurzfristig eine Tischvorlage in die Sitzung eingebracht. „Wir haben uns ja schon öfters über mangelhafte Vorlagen beschwert, aber das ist eine der schlimmsten, die wir je bekommen haben“, kommentierte Grünen-Fraktionschef Harald Eßer. Und: Nein, die Lage sei keinesfalls geklärt gewesen, betonte sein Fraktionskollege Herbert Kühnel. Bei der jetzt vorgeschlagenen Südausrichtung liege der Eingang so, dass der Zugang über die Straße Im Dorf erfolge – und das sei so nicht gewollt. Sozialamtsleiter Manfred Kraus allerdings widerspricht. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte er: „Zur Straße hin gibt es einen Zaun mit einem Tor, das nur für Anlieferer gedacht ist.“ Der Zugang erfolge von Westen her über den bestehenden Hof zwischen Turnhalle und der Kita Brühl.

Grüne scheitern mit Wunsch nach Passivhaus

Das war aber nicht der einzige Kritikpunkt der Grünen: Durch den Baumbestand könne man das Thema Photovoltaikanlage bei der Südausrichtung vermutlich vergessen, bemängelte Tobias Wilbrand. Allerdings stand die stärkste Fraktion im Parlament allein auf weiter Flur: Es sei ausgiebig diskutiert worden und man sei sich einig gewesen – so der Tenor, weshalb SPD, CDU, WGE und der FDP-Einzelkämpfer den Vorschlag billigten. Die Containerkita soll demnach quer versetzt nach Osten rücken.

Keine Mehrheit fanden die Grünen auch für den Wunsch, für künftige Neubauten in der Kinderbetreuung (also auch das Familienzentrum) Passivbauweise vorzuschreiben. „Wir müssen auf die Kosten achten und Energie sparen. Das Passivhaus ist eigentlich eine gute Sache, aber nicht im Kindergarten“, begründete Daniel Görich die Ablehnung der SPD. So bereite den Sozialdemokraten unter anderem das Thema Keimbelastung Sorgen: „Wir wollen nicht, dass mit der Gesundheit unserer Kinder gespielt wird.“ Zudem spreche sich das Personal ganz klar gegen ein Passivhaus aus – „und wir sollten nicht gegen die Mitarbeiter entscheiden“. Es werde ja ein Niedrigenergiehaus gebaut, was auch schon sehr viel bringe. „Es funktioniert nicht“, assistierte Bernhard Kurpiela (CDU). Das zeige sich beispielsweise in Frankfurt, wo die Stadt beim Thema Passivhaus-Kitas bereits wieder zurückrudere.

„Wir haben alle gut informiert“, entgegnete Tobias Wilbrand; auf alle auftauchenden Fragen hätten die Grünen immer neue Informationen besorgt. Es habe so ausgesehen, als gebe es eine konstruktive Zusammenarbeit. „Aber ich habe den Eindruck: Der Antrag kommt aus der falschen Ecke der Gemeindevertretung“, bedauerte Wilbrand.

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