Bademeister in Egelsbach des sexuellen Übergriffs bezichtigt

Hausverbot im Bad für DLRG und Förderverein

2930.06.1030.06.10|Egelsbach|2 KommentareFacebook
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Egelsbach ‐ Der Vorwurf ist ungeheuerlich: Ein Egelsbacher, der laut Gemeindeverwaltung sowohl bei der DLRG-Ortsgruppe als auch beim Freibad-Förderverein „an prominenter Stelle engagiert ist“, bezichtigt einen der zwei Schwimmmeister des sexuellen Übergriffs. Von Holger Borchard

Die Gemeindeverwaltung reagiert prompt und mit harter Hand auf diese Anschuldigung. „Ich habe mit sofortiger Wirkung Hausverbot im Bad gegen sämtliche Funktionsträger beider Vereine ausgesprochen“, betont Bürgermeister Rudi Moritz. „Wir werden diese Angelegenheit mit aller Vehemenz aufklären und sie wird gerichtliche Konsequenzen haben, denn hier geht es um den Ruf des Bades und seiner Mitarbeiter, den wir nicht in den Dreck ziehen lassen.“

Für die Gemeindeverwaltung steht laut Moritz ohne den leisesten Zweifel fest: „Hier handelt es sich um einen persönlichen Racheakt, der Gipfel einer seit Monaten schwelenden Auseinandersetzung zwischen Vereinsvertretern und dem Badpersonal ist.“

Eskaliert war das Ganze am Samstagabend im Zuge des DLRG-Sommerfests, als das Vereinsmitglied plötzlich aus dem Umkleidetrakt gestürmt war und unüberhörbar für zahlreiche Besucher den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs kundtat. „Daraufhin wurde der Mann aus dem Bad verwiesen und der angeschuldigte Bademeister ist sofort zur Langener Polizei gefahren, um Anzeige zu erstatten“, schildert Moritz den weiteren Ablauf. „Dort hat man ihm gesagt, das sei Sache des Arbeitgebers – und das ist es in der Tat. Wir nehmen die Sache sehr, sehr ernst, zumal sie sich über den Dorffunk wie ein Lauffeuer verbreitet.“

Die Aussage des betroffenen Mitarbeiters, der die Sachlage völlig anders darstelle, ziehe man nicht im Geringsten in Zweifel, unterstreicht Moritz. „Die Gemeinde wird einen derartigen Rufmord-Versuch, der schlicht jeder Grundlage entbehrt, auf keinen Fall hinnehmen und mit aller Macht reagieren.“

Aus Sicht der Verwaltung spielen die Zwistigkeiten zwischen Vereinsmitgliedern und Badpersonal die Schlüsselrolle dieser Schmutzgeschichte. „Rückblickend muss ich feststellen, dass Vereinsmitglieder – verdient oder nicht – auf dem Weg waren, das Bad als ihren eigenen Betrieb anzusehen und die Kompetenzen der Badleitung nicht mehr anerkannten“, erklärt Moritz. „Darauf hat das Badpersonal vergangene Woche in einem Schreiben hingewiesen.“

Als Konsequenz des Vorfalls bleibe ihm nichts anderes übrig, als ungeachtet der jahrelangen Verdienste von DLRG und Förderverein die Hausverbote auszusprechen. „Im Interesse des Bades und zum Schutz der Betroffenen muss ich das tun – das Verbot richtet sich explizit nicht gegen ganz normale Mitglieder“, so Moritz. „Wir kommen nicht um eine Zäsur umhin, die rasche und gründliche Klärung liegt im Interesse aller, um letztlich unter anderen Voraussetzungen neue Wege der Zusammenarbeit zu finden.“

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