923.11.09|Egelsbach|Egelsbach|
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Egelsbach ‐ Wer am Samstagabend spontan ins Egelsbacher Bürgerhaus wollte, musste enttäuscht die „Ausverkauft“-Hinweise auf den Konzertplakaten zur Kenntnis nehmen. Von Jenny Bieniek

© Strohfeldt
Erst im legeren Outfit, nach der Pause in eleganter Robe unterhielt das Ensemble O-Ton die Zuhörer im Bürgerhaus auf das Vortrefflichste.
Diejenigen, die sich schon im Vorfeld Karten für das erste größere O-Ton-Konzert gesichert hatten, waren dagegen fein raus und stimmten sich im Saal mit einem Gläschen Sekt auf den bevorstehenden Abend ein. Durch Improvisieren bei der Bestuhlung konnte schließlich aber auch den im Foyer auf Restplätze wartenden Besuchern Einlass gewährt werden.
Vor knapp 250 Zuhörern gab das achtköpfige Vokalensemble O-Ton zusammen mit dem befreundeten Dreieicher Chor tonART Kostproben aus seinem Repertoire zum Besten. In legerem Outfit präsentierte der vierstimmige Männerchor Klassiker wie „Lollipop“, „Barbara Ann“ und „For the longest time“ in A-cappella-Manier. Mit dem „Verführertango“ zauberte O-Ton insbesondere dem weiblichen Publikum ein Lächeln ins Gesicht.
Margaux Jakubowicz aus Erzhausen kam aus Interesse am A-cappella-Gesang ins Bürgerhaus. „Ich habe von Freunden von dem Konzert gehört und bin spontan hergekommen. Mir gefällt es sehr gut. Es macht richtig Spaß, ihnen zuzuhören, auch wenn ich glaube, dass beide Chöre noch am Anfang stehen und sich noch entwickeln können.“
Trautlinde Rahmel hat indes ganz andere Probleme: „Schade, dass ich kein Englisch kann und deshalb nicht alle Texte verstehe“, bedauert die Egelsbacherin, „aber so kann ich mich immerhin noch mehr auf die tolle Musik konzentrieren.“ Nach der Pause präsentierte sich das Ensemble dann in eleganter Robe und hatte nicht nur dank einer leicht missglückten Anmoderation die Lacher bei „Männer“ und „Lass mich dein Badewasser schlürfen“ auf seiner Seite.
Die Dreieicher Sänger von tonART boten nicht nur stimmlich, sondern auch musikalisch ein Kontrastprogramm zu den meist heiteren Darbietungen der Egelsbacher. Melancholische Liebeslieder in diversen Sprachen (u.a. finnisch) und aus verschiedenen Epochen bestimmten die erste Hälfte ihres Auftritts. Im Publikum herrschte absolute Stille, gebannt lauschte man den heraus stechenden Sopranstimmen. Nach der Pause zeigte sich dann auch tonART von einer fröhlichen und humorvollen Seite und unterhielt die Zuhörer unter anderem mit einer Interpretation von Wolfgang Petrys „Gianna“, das von Liebe im Auto handelt, dem Klassiker „It's raining men“ und dem „Manamana“-Stück aus der Sesamstraße, „das weltbekannt ist, obwohl es keine einzige Zeile sinnvollen Text enthält“.
Die Idee zum ersten größeren Konzert fernab von kleineren Auftritten bei Firmen- oder Familienfeiern wurde im Vorfeld von vielen Seiten an die O-Ton-Mitglieder herangetragen. „Wir wurden immer wieder darauf angesprochen, wann es denn mal ein Konzert von uns geben würde“, erzählt Norman Rüster, „und so haben wir's dann schließlich in Angriff genommen.“ Angesichts der großen Resonanz ist ein weiteres Konzert nicht ausgeschlossen. „Eine Wiederholung ist denkbar, aber noch nicht geplant“, sagt Gerd Hartwig.
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