Egelsbach - Das Thema Müll geistert derzeit offenbar so manchen Bürgern durch die Köpfe. Doch alle, bei denen Infobedarf und Verunsicherung scheinbar groß sind, kann Ordnungsamtsleiter Michael Schmidt beruhigen. Von Holger Borchard
Das zumindest berichtet Ordnungsamtsleiter Michael Schmidt: „Im Moment vergeht keine Woche, in der nicht mehrere Leute hier im Rathaus anrufen, um sich zu erkundigen, wann wir das Abfuhr- oder Abrechnungssystem umstellen, zum Beispiel auf die Berechnung nach Müllgewicht.“ Doch allen, bei denen Infobedarf und Verunsicherung scheinbar groß sind, kann Schmidt die ultimative Beruhigungspille verabreichen: „Vor 2013 wird sich beim Thema Müllabfuhr nichts Neues tun – dieses Jahr ist also garantiert Ruhe.“
„Einerseits ist heute noch nicht genau absehbar, was in ein paar Jahren gesetzlich auf uns zukommt, andererseits wollen wir die Vorteile des Abfallsystems mit Chip für die Bürger individuell nutzbar machen“, steckt der Amtsleiter die Koordinaten ab. „Für die Gemeinde gilt als eines der obersten Prinzipien die Reduzierung der Restmüllmenge“, so Schmidt weiter. Die habe in Egelsbach für das Jahr 2010 bei knapp 200 Kilogramm pro Einwohner gelegen. „In Rödermark beispielsweise hat man sie schon auf 80 Kilogramm gedrückt, auch durch Einführung der Biotonne.“
Wie man Müllmengen reduzieren und wie weit individueller Abfallservice gehen kann, scheidet indes die Geister – nicht zuletzt in den Fraktionen. So hatte die Wahlgemeinschaft ursprünglich zur gestrigen Sitzung der Gemeindevertretung folgenden Antrag vorgelegt: Bei der Entwicklung einer neuen Abfallsatzung sind die Gebühren nach Entsorgungsgewicht zu bemessen. „Das hat sich herumgesprochen und zu Anrufen im Rathaus geführt, aber der Antrag ist erstmal vom Tisch“, so Schmidt. Grund: Der Gemeindevorstand hat im Ausschuss die „Notbremse“ gezogen und die Bildung einer Abfall-Kommission initiiert.
„Der Kommission werden je ein Vertreter der Fraktionen, ein Mitglied des Gemeindevorstands und ich angehören“, blickt Schmidt voraus. „Das erste Mal zusammensetzten wollen wir uns noch vor den Osterferien.“ Bis das Gremium geklärt habe, was man wolle und wann sowie angesichts der üblichen Vorlaufzeiten einer Umstellung stehe außer Frage: „2012 passiert da nichts mehr.“
Rubriklistenbild: © dpa
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