523.10.09|Rhein-Main|Rhein-Main|
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Frankfurt ‐ Nur 30 Minuten Zeit haben sie zum Retten. Holzstämme stecken in der Windschutzscheibe. Der Fahrer reagiert nicht, als die Feuerwehrmänner ihn ansprechen. Neben ihm sitzt eine Frau, auch sie regt sich nicht. Von Kathrin Rosendorff

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Die Feuerwehrmänner aus Mönchengladbach in ihren schwarz-gelben Uniformen holen den „Spreizer“, um die Hintertür aufzuschneiden und die Verletzten von hinten aus dem Auto zu befreien. Die Zeittafel im Hintergrund blinkt, die Schiedsrichter kritzeln fleißig in ihre Blöcke – und die Zuschauer auf der Tribüne jubeln den Feuerwehrmännern zu.
Denn dies ist alles nur eine Übung. Seit gestern kämpfen 30 Teams aus 15 Nationen in Frankfurt-Eckenheim auf der Feuerwache 1 um den Titel des „Welt-Super-Retters“. Zum ersten Mal richtet die Feuerwehr Frankfurt die dreitägige Weltmeisterschaft in der Verkehrsunfallrettung aus. „Da wir so mit der Organisation beschäftigt sind und ja auch noch bei echten Notfällen Einsatzkräfte brauchen, nehmen wir selbst nicht an der Weltmeisterschaft teil“, erzählt Nikolaus Meier, Pressesprecher der Feuerwehr Frankfurt. „Wir wollen zeigen, dass Feuerwehrmänner viel mehr können müssen als nur Feuer zu löschen“, betont dann auch Reinhard Ries, Branddirektionsdirektor.
Er mag die netten Deutschen, denen er schon in der Stadt begegnet sei. Einer seiner Kumpels hält stolz die ghanesische Nationalflagge in der Hand. Fast hätten sie nicht kommen können, weil ihre Schutzkleidung nicht den Anforderungen entsprach und Geld für eine neue hatten sie auch nicht. Aber als sie bei der Frankfurter Feuerwehr um Hilfe baten, zögerte diese nicht lange und lieh ihnen einfach die Schutzkleidung.
Ein paar Meter weiter stehen die bisherigen zweifachen Weltmeister. Auch die Engländer aus Hampshire sind nervös. „Klar, wollen wir Weltmeister bleiben. Aber die Konkurrenz ist diesmal schon ziemlich hart“, sagt Jim Hutchen (36) vom Hampshire-Team. „Aber am Ende geht es ja schließlich darum, in der Realität Leben zu rettten.“
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