228.10.0928.10.09|Rhein-MainFacebook
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Frankfurt ‐ „Um keinen Preis möchten wir jedoch Frankfurt mit Berlin vertauschen.“ Diese für die Ewigkeit gültigen Worte schrieb ein Mann, ohne den das moderne Frankfurt womöglich nicht denkbar wäre. Von Christian Riethmüller

© Ausstellung
Leopold Sonnemann um das Jahr 1870.
Er war einer der herausragenden Förderer und Mäzene in der Geschichte der Mainmetropole, die er als „Oase in der Wüste“ pries und der er als Gründer und Verleger der legendären „Frankfurter Zeitung“ ihre vielgepriesene Liberalität jeden Tag aufs Neue zum Frühstück versicherte. Trotzdem ist der Name Leopold Sonnemann nurmehr eine Fußnote in der Stadtgeschichte, auch wenn diese Fußnote bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten immer wieder aufscheint.
Weil sich am 30. Oktober Leopold Sonnemanns Todestag zum 100. Mal jährt, soll nun eine große Ausstellung im Historischen Museum Frankfurt die Erinnerung an den Verleger, Politiker, Mäzen und begnadeten Netzwerker wieder aufleben lassen, dessen Vermächtnis nicht nur in der von ihm gegründeten „Frankfurter Societaets Druckerei“, sondern auch in allseits bekannten Orten wie der Alten Oper, dem Palmengarten oder dem Hotel Frankfurter Hof fortlebt, die es ohne Sonnemanns Zutun nicht gäbe.
Angesichts des vielfältigen Schaffens und Wirkens Sonnemanns mag es verwundern, seine Geschichte nun der Vergessenheit entreißen zu müssen, doch wurde Name des Juden Sonnemann während der NS-
Heute gibt es wieder eine Sonnemannstraße in Frankfurt und es hat durchaus symbolischen Gehalt, dass dort auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle die Europäische Zentralbank (EZB) ihr neues Domizil errichten wird. Der frühe Europäer Sonnemann hat sich stets für Demokratie und Gemeinsamkeit stark gemacht - und er hat sein Vermögen, das ihm sein Mäzenatentum erlaubte, als Bankier verdient.
Ähnlich prägend waren für Sonnemann die Ideale der Französischen Revolution. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit waren für den späteren Stadtverordneten und Reichstagsabgeordneten aber nicht nur Schlagworte, sondern Maxime seines Handelns, das sich übrigens auch auf den Einsatz für einen technischen Fortschritt für alle erstreckte. Er verstand etwa Strom als demokratisch und initiierte deshalb 1891 in Frankfurt eine der ersten Weltausstellungen der Elektrotechnik.
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18.07.10|Rhein-Main|1
