Frankfurt - Ohne Schweiß keinen Preis. Diese sprachlich abgewandelte Binsenweisheit trifft auf die „Saunaritter“ zu 100 Prozent zu. Denn die Freunde des schweißtreibenden Freizeitvergnügens haben die Hürde vom Hobby-Schwitzer zum Profi-Abkocher längst übersprungen. Von Bernhard Pelka

Roter Schriftzug auf weißem Bademantel - das ist das Markenzeichen der „Saunaritter“.
Saunieren betreiben sie als ernsthaften Leistungssport. Und das mit Erfolg. Inzwischen kommen internationale Meister aus ihren Reihen. Mit herkömmlichem Garen in der Sauna hat das nichts zu tun, was die „Saunaritter“ jeden Mittwoch beim Training in der „Saunaburg“ in Ober-Roden durchziehen. Bei 110 Grad Lufttemperatur reizen die Hitzköpfe unter Wettkampfbedingungen aus, wer‘s am längsten in der Höllen-Glut aushält.
„Bei uns geht es nicht um Leben oder Tod, sondern um viel mehr“, beschreibt Thomas Kefer aus Zellhausen den brennenden Ehrgeiz der ganz speziellen Truppe. Und der zahlt sich aus. Bei den Deutschen Sauna meisterschaften im vergangenen Juni gewann die Gruppe unter 80 Teilnehmern von zwölf möglichen Medaillen immerhin sechs. Silvia Pfuhl aus dem Rodgauer Stadtteil Weiskirchen ist mit zwei Minuten und 18 Sekunden Dritte der Weltmeisterschaften 2009, Internationaler Champion, unter den besten Fünf der Weltrangliste und deutsche Vizemeisterin.
Ritterin Beate Kopsick hat sich 2009 den Deutschen Meistertitel erschwitzt und ist obendrein Internationale Vizemeisterin. Mit Frank Böhm aus Mainflingen hat die Mannschaft einen weiteren Deutschen Vizemeister und Dritten der Internationalen Wertung in den eigenen Reihen.
19 Sauna-Jünger aus Offenbach, Hainstadt, Mainhausen, Rodgau, Ober-Roden, Münster, Darmstadt, Frankfurt, Hanau und Obernburg gehören der bunt zusammengewürfelten Gemeinschaft inzwischen an; gegründet wurde sie im August 2008.
Derzeit wird im Training für den „1. Saunaritter World Cup“ am 14. und 15. Mai in der „Saunaburg“ geschwitzt, was die zwei Millionen menschlichen Schweißdrüsen hergeben. Auch der Weltmeister aus Finnland, Timo Kaukonen (er hält die Weltbestzeit mit 16 Minuten und 15 Sekunden), gibt sich in Ober-Roden dann wahrscheinlich die Ehre. Der ist „ein harter Brocken“, weiß „Saunaritter“ Edwin Köhler aus Offenbach-Bieber. Vielleicht liegt‘s daran, dass der Finne als Stahlkocher extreme Hitze gewöhnt ist. Auch gilt er als mental „unheimlich stark“. Trotzdem wird selbst Überflieger Kaukonen beim World Cup im Mai an seine Grenzen stoßen. „Der Ofen gewinnt immer“, sagt Köhler.
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